ASIEN/TÜRKEI - Türkische Politiker beziehen anti-armenische Positionen

Mittwoch, 9 März 2016 diskriminierung  

Istanbul (Fides) – Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu vergleicht die Anhänger Partei HDP (Halkların Demokratik Partisi) aus dem linken kurdischen Spektrum mit “armenischen Banden, die mit den Russen zusammenarbeiteten” mit einem unmissverständlichen Bezug auf die historischen Ereignisse, die zur geplanten Ausrottung der Armenier in Anatolien im Jahr 1915 führten. In diesem Sinne äußerte sich der türkische Regierungschef bei einem öffentlichen Auftritt in der Stadt Bingol am vergangenen 27. Februar.
Einige Tage später bekräftigte der Bürgermeister der Stadt Askale, Enver Basharan, die Position des Ministerpräsidenten und dankte “den Vorfahren, die unser Land gesäubert und von den Armeniern befreit haben”.
Der Vorwurf Zusammenarbeit der Armenier mit Russland während der Zeit des Osmanischen Reichs gehört zum Repertoire derjenigen, die in der Türkei den Genozid an Armeniern und anderen Minderheiten während des Ersten Weltkriegs nicht wahrhaben wollen.
Wie das türkische Portal “demokrathaber.net” berichtet unternahmen Menschenrechtsaktivisten erste rechtliche Schritte gegen den Ministerpräsidenten, wegen dessen anti-armenischer Positionen. Gleichsam bekräftigten dieselben Menschenrechtsaktivisten gegenüber den Medien, dass die türkischen Militäroperationen der vergangenen Monate in den Kurdengebieten auch mit Einschüchterungsmaßnahmen gegenüber armenischen Bürgern einhergehen, die durch auf Militärfahrzeugen angebrachten Lautsprecher bei der Durchfahrt durch armenische Dörfer anti-armenische Slogans erschallen lassen.
(GV) (Fides 9/3/2016).


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