ASIEN/PAKISTAN - In Lahore sollen Kirchen für den Bau einer neuen U-Bahn-Linie abgerissen werden

Dienstag, 8 März 2016 religiöse minderheiten   christentum   kultur  

Lahore (Fides) – Mehrere Gebäude von historischem, künstlerischem und religiösem Wert, darunter auch Kirchen könnten dem Bau einer neuen U-Bahn-Linie zum Opfer fallen, den die Stadtverwaltung derzeit plant. Im Rahmen des Bauprojekts sollen auch zahlreiche Einwohner der Stadt umgesiedelt werden.
Mindestens 25 Gebäude von historischem Wert, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen könnten betroffen sein, darunter auch die presbyterischen Kirchen St. Andreas und Naulakha, die anglikanische Auferstehungskirche und der Friedhof der schiitischen Gemeinde in Mominpura.
Bereits abgerissen wurde ein Pflegeheim für Kinder mit einer geistigen Behinderung, das 180 Familien betreut. Im Verlauf sollen dem Bauprojekt weitere Schulen, Gebäude, Krankenhäuser, Wohnungen und Parks entlang der geplanten Strecke zum Opfer fallen.
Insgesamt ist die geplante U-Bahn-Strecke 27 Kilometer lang und soll bis Oktober 2017 fertig gestellt sein. Organisationen der Zivilgesellschaft beklagen, dass die Regierung in Punjab nicht einmal eine Schadenersatzzahlung für die Einwohner der dicht bevölkerten Stadteile vorsieht, die umgesiedelt werden müssen.
Farida Shaheed, ehemalige Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für kulturelle Rechte betont, “das die Zerstörung dieser Anlagen gegen die Rechte der Bürger und das kulturelle Eigentum der Stadt verstößt”. Nach Ansicht von “Christian Solidarity Worldwide” verstößt die Regierung in Punjab mit dem Bau dieser U-Bahn-Linie „gegen internationale Konventionen zum Schutz der Menschenrechte”.
(PA) (Fides 8/3/2016)


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