ASIEN/JEMEN - Bischof Ballin zum Anschlag auf Ordensfrauen: “Je näher die Kirche bei Christus ist, umso mehr hat sie an seiner Passion teil”

Samstag, 5 März 2016 märtyrer  


Aden (Fides) – “Je näher die Kirche bei Christus ist, umso mehr hat sie an seiner Passion teil”. Deshalb sei der Anschlag eines bewaffneten Mordkommandos auf das Heim für ältere und behinderte Menschen der Schwestern von Mutter Teresa „auch ein Zeichen dafür, dass “dieser Orden Jesus Christus sehr nahe ist, denn wer sich Christus nähert, der nähert sich seinem Kreuz. Kein Christ, dar Christus fernbleibt, wird je verfolgt werden, doch wer sich Christus nähert hat an seiner Passion und an seinem Tod teil, und deshalb auch an der Herrlichkeit seines Sieges”, so der Apostolische Vikar des Nördlichen Arabien, Bischof Camillo Ballin MCCJ, der dazu einlädt, dass Massaker in Aden im Licht des Martyriums zu betrachten, das die Kirche auf ihrem Weg durch die Geschichte begleitet. Zielscheibe der Attentäter waren wehrlose Menschen, die nichts mit den Konflikten zu tun hatten, die die Region verwüsten. “Die niedergemetzelten Schwestern”, so Bischof Ballin “widmeten ihr Leben den Dienst an älteren Menschen und an Menschen mit einer Behinderung. Bereits 1998 waren die drei Missionarinnen von der Nächstenliebe misshandelt und geschlagen worden. Ich habe ihre von den Prügeln entstellten Gesichter gesehen. Das heißt, dass diese Kongregation Christus tatsächlich aus nächster Nähe folgt und dies könnte auch ein Warnsignal für uns sein, die wir anderen Ordensfamilien angehören”.
Was die Hintergründe des Massakers anbelangt, so bittet der Apostolische Vikar darum, sich nicht von denjenigen beeinflussen zu lassen, die den ganzen Islam unterschiedslos kriminalisieren: “Mord im Namen Gottes”, so Bischof Ballin, “ist etwas Schreckliches und kein authentischer Muslim, wird so etwas akzeptieren können´. Wer diese unmenschlichen Verbrechen begeht, ist von einer Ideologie beherrscht, die das Gleichgewicht des Menschen stört”.
Wie oft in der Geschichte , kreuzen sich Episoden des christlichen Martyriums auch auf mysteriöse Weise mit Unruhen vor dem Hintergrund von Machtkämpfen: “Diese Art von Gewalt”, so der Bischof und Comboni Missionare, “muss auch vor dem Hintergrund des Ungleichgewichts betrachtet werden, das von der Beendigung der Sanktionen gegen den Iran ausgelöst wurde, der nun mächtiger und offener ist. Auch das Sinken der Erdölpreise und der Kampf um die Hegemonie in der Region zwischen Arabien, das seine wahabitische Macht ausüben will und dem Iran, der das persische Reich wieder herstellen will, spielen eine Rolle“.
Papst Franziskus bezeichnete das Attentat von Aden als “sinnlose und teuflische Gewalt” und wünscht sich in einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin veröffentlichten Schreiben, dass das Opfer der Schwestern und ihrer Freunde um Mitarbeiter, “die Gewissen wachrütteln und einen Wandel der Herzen herbeiführen werden und alle beteiligten Parteien dazu inspiriert, die Waffen niederzulegen und den Weg des Dialogs zu beschreiten“.
Derzeit ist weiterhin unbekannt wo sich der Pater Tom Uzhunnanil von den Salesianer von Don Bosco aufhält, der bei den Schwestern wohnte: “Es scheint, als ob er verschleppt worden wäre, doch dies wurde noch nicht bestätigt“, teilen die Salesianer von Don Bosco offiziell mit. Unterdessen dementiert al-Kaida in einem auf der Arabischen Halbinsel veröffentlichten und von arabischen Medien zitierten Verlautbarung die Beteiligung der dschihadistischen Bewegung an dem Blutbad von Aden.
(GV) (Fides 5/3/2016).


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