AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Katholische Kirche nimmt nicht am “nationalen Gebet” teil

Samstag, 5 März 2016 politik   gebet  

Kinshasa (Fides)- Nachdem die katholische Kirche in der Demokratischen Republik Kongo dazu aufgefordert worden war, eine für den 16. Februar geplante Kundgebung zu annullieren (vgl. Fides 16/2/2016) veranstaltet die politische Mehrheit um Präsident Joseph Kabila am heutigen 5. März im Stadion der Märtyrer in Kinshasa ein “nationales Gebet” für den Frieden.
An dieser Veranstaltung wird die katholische Kirche nicht teilnehmen. Die Oppositionsparteien der “G7”-Koalition zweifeln an der Ernsthaftigkeit der Initiative der Regierung, die in den vergangenen Monaten zahlreiche Kundgebungen aus “Sicherheitsgründen” verbot, darunter auch die von der katholischen Kirche geplante Veranstaltung im Gedenken an die blutige Unterdrückung des “Marsches der Christen“ am 16. Februar 1992 erinnern sollte, bei dem die Bürger des damaligen Zaire von Mobutu Sese Seko eine demokratische Öffnung forderten. Unterdessen hatte die Regierung den Aufruf zum täglichen Gebet für den Frieden in der Demokratischen Republik Kongo des Gouverneurs von Katanga, Moïse Katumbi, der bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen kandidiert, abgelehnt.
Die Opposition betrachtet die Initiative als Versuch die verschiedenen Kirchen des Landes für eine Verschiebung der Wahl und damit eine Verlängerung der Amtszeit von Präsident Kabila zu gewinnen. Für die Wahlen steht bisher noch kein Terminfest (vgl. Fides 2/3/2016). Unterdessen bleibt die Lage im Land angespannt, weil viele befürchten, dass der Präsident eine Verfassungsänderung und damit eine dritte Amtszeit anstreben könnte.
(L.M.) (Fides 5/3/2016)


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