ASIEN/LIBANON - Maronitische Bischöfe bezeichnen Begegnung zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kyrill als „prophetische Geste“

Donnerstag, 3 März 2016 Ökumene  

Bkerkè (Fides) – Die Begegnung zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill am vergangenen 12. Februar auf Kuba und die von ihnen unterzeichnete gemeinsame Erklärung bezeichnen die maronitischen Bischöfe als “ökumenischen und prophetischen Schritt” im Zeichen des “gemeinsamen Verantwortungsbewusstseins” der beiden Kirchenoberhäupter. In diesem Sinne äußerten sich die Bischöfe der maronitischen Kirche am Rande ihrer monatlichen Vollversammlung am vergangenen 2. März im Patriarchat von Bkerkè unter Leitung des maronitischen Patriarchen Bechara Boutros Rai. In einer gemeinsamen Verlautbarung danken die Bischöfe Papst Franziskus für dessen besonderes Augenmerk für die Christen im Nahen Osten und den Schutz “der Zivilisation, die von Christen und Muslimen im Nahen Osten gemeinsam aufgebaut wurde”.
Im Rahmen ihrer Versammlung, an der auch der Präsident von Caritas Internationalis, Kardinal Luis Antonio Tagle teilnahm, äußerten sich die Bischöfe besorgt über die erneute Polarisierung im Libanon zwischen Schiiten und Sunniten und appellierten an die Armee des Landes mit der Bitte, sich nicht in politische und religiöse Spannungen verwickeln zu lassen.
Zur institutionellen Lähmung, die seit Mai 2014 die Wahl eines neuen Präsidenten verhindert, betonten die Bischöfe, dass ein “Zusammenbruch” des libanesischen Systems drohe, weshalb sie die verschiedenen Blöcke zur nationalen Verantwortlichkeit aufriefen. Man dürfe das Land nicht “ausländischen Interessen” überlassen. Abschließend beklagten die Bischöfe eine Diffamierungs-Kampagne gegen die vorherige Verwaltung von Caritas Libanon. Der “liebevolle Dienst” der Caritas im Land, sei “stärker als alle Versuche der Diffamierung in der Öffentlichkeit”.
(GV) (Fides 3/3/2016)


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