AMERIKA/COSTA RICA - Bischöfe beklagen Zunahme der Gewalt gegen Kinder

Mittwoch, 2 März 2016 gewalt   straßenkinder   bischöfe   bischofskonferenzen  

San José (Fides) – Die katholische Bischofskonferenz von Costa Rica veröffentlichte zum Abschluss ihrer jüngsten Vollversammlung eine Botschaft mit dem Titel "Barmherzigkeit oder Gewalt?". "Mit großem Schmerz veröffentlichen wir die Daten des Büros für Gerichtsforschung” heißt es zu Beginn der Botschaft, „die dokumentieren, dass 2015 in unserem Land 560 Morde verübt wurden. Dies ist nach Angaben der Vereinten Nationen die höchste Zahl in den vergangenen Jahren“. Obschon die Zahl um einiges niedriger sei als in den Nachbarländern, sei sie doch besorgniserregend, „auch weil ein Viertel dieser Morde mit Drogengeschäften in Verbindung steht“, so die Bischöfe.
"Auch die Zahlen zur Gewalt gegen Kinder sind schockierend: in weniger als einem Jahrzehnt hat sich diese fast verdoppelt. 2014 wurden im staatlichen Kinderkrankenhaus 2.400 Kinder, die Gewalt erleiden mussten, behandelt und im Jahr 2015 waren es bereits 3.100". In diesem Zusammenhang beklagen die Bischöfe vor allem häusliche Gewalt, Bullismus und von Banden ausgeübte Gewalt.
Angesicht dieser Situation fordert die Bischofskonferenz mehr Kontrollen im Hinblick auf Episoden der Gewalt. "Jede Ungerechtigkeit ist Gewalt. In unserem Land sind von Hunger, Wohnungsmangel, mangelnder Gesundheitsversorgung, usw… insgesamt 317.660 Familien betroffen, d.h. über eine Million Menschen, die in Armut leben und weitere 374.185 unter extremer Armut", so die Bischöfe.
Abschließend erinnern die Bischöfe an den Aufruf von Papst Franziskus zu Barmherzigkeit und Aussöhnung und betonen: “Es liegt in unseren Händen, ob es in Costa Rica künftig eine Gesellschaft geben wird, in der Frieden und Achtung des Menschenlebens glänzen”.
(CE) (Fides, 02/03/2016)



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