ASIEN/LIBANON - Maronitischer Patriarch betrachtet arabische Identität des Landes als “nicht verhandelbar”

Dienstag, 23 Februar 2016 ortskirchen  

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Beirut (Fides) – Der maronitische Patriarch Boutros Bechara Rai begrüßt die Erklärung der libanesischen Regierung im Zusammenhang mit der arabischen Identität des Landes, die nicht infrage gestellt werden dürfe. Der Primas der marontischen Kirche betonte gegenüber Journalisten, er unterstütze die Bekräftigung der in der Verfassung des Libanon festgelegte arabische Identität des Landes.
Hinter der Stellungnahme der libanesischen Regierung lässt sich der Machtkampf zwischen Iran und Saudi-Arabien um die Vorherrschaft im Nahen Osten erkennen. Saudita Arabien hat eine Finanzierung in Höhe zwei Milliarden Dollar für die libanesische Armee blockiert, nachdem sich Politiker des Landes von gewissen Positionen Saudi Arabiens distanziert hatte. Mit der Bekräftigung der arabischen Identität des Libanon sollen diese diplomatischen Probleme in den Beziehungen zu Ryhad überwunden werden, indem man unter Beweis stellt, dass man die Stärkung des Iran auf der regionalen und internationalen Bühne nicht unterstütz. Unterdessen fordert der sunnitische Politiker Saad Hariri von der “Zukunfts”-Partei die Bürger des Libanon auf sich auf die Seite Saudi Arabiens zu stellen und für die militärische Unterstützung zu danken.
“Vor einem solchen Hintergrund politischer Machtspiele”, so der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke und maronitische Priester, Rouphael Zgheib, “muss man berücksichtigen, dass die arabische Identität des Libanon in der Verfassung verankert. Der Libanon ist und bleibt aufgrund seiner Kultur und seiner Sprache arabisch. Wenn Kardinal Rai dies bekräftigt, dann steht er damit stellvertretend für das Land, ohne in die politische oder geopolitische Logik einzugreifen“.
(GV) (Fides 23/2/2016)


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