AFRIKA/MALAWI - Hungersnot spitzt sich zu: Menschen stehen Schlange vor meist leeren staatlichen Getreidespeichern

Montag, 15 Februar 2016 hunger  

Lilongwe (Fides)- “Im Februar ist die Regenzeit normalerweise auf ihrem Höhepunkt. Doch dieses Jahr versengt die brennende Sohne buchstäblich die Ernte”, so der aus Italien stammende Monfortaner Missionar, Pater Piergiorgio Gamba, zur Zuspitzung der Hungersnot in Malawi, wo 2,8 Millionen Einwohner durch Lebensmittelnot bedroht sind (vgl. Fides 3/2/2016). Das Wiedereinsetzen der Regenfälle Anfang Februar reichte nicht aus um eine Wachstum der Aussaat zu ermöglichen, während derzeit erneut Dürre herrscht.
“Die Menschen überlebten in den vergangenen Monaten in Erwartung der neuen Ernte mit Kürbissen, die sich auf den Getreidefeldern breit gemacht hatten und deshalb zu niedrigen Preisen und in großen Mengen verkauft wurden”, so der Missionar, “doch seit Jahresbeginn, gibt es nicht einmal mehr Kürbisse auf dem Markt zu kaufen.
Um überleben zu können, stehen die Menschen Schlange vor staatlichen Getreidespeichern (ADMARC) “die fast immer leer sind”, so Pater Gamba. “Im Land ist eine Karikatur im Umlauf, auf der Menschen vor den Speichern Schlange stehen und die Nächte verbringen, in der Hoffnung etwas Getreide zu ergattern. Und einer fragt ‘ist das ein Gebetstreffen?’. ‘Nein, es ist die schlimmste Art Getreide zu kaufen’, antwortet ein anderer”.
“Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie von ihren Eltern losgeschickt werden um vor den Getreidespeichern Schlage zu stehen“, so Pater Gamba weiter zur Zuspitzung der Lage, „Dort ist es auch vorgekommen, dass Jugendliche Diebstähle begehen und Frauen in der Nacht vergewaltigt werden”.
(L.M.) (Agenzia Fides 15/2/2016)


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