ASIEN/INDIEN - Überlebende der Massaker in Orissa erklären sich solidarisch mit Christen im Nahen Osten

Freitag, 12 Februar 2016 hinduismus   religiöse minderheiten   verfolgung  

Kandhamal (Fides) – Tiefe Sympathie und Solidarität gegenüber den Christen im Nahen Osten und insbesondere in Syrien bringen die Überlebenden der antichristlichen Massaker des Jahres 2008 in Orissa zum Ausdruck. Die betroffenen Einwohner des Distrikts Kandhamal trafen sich in den vergangenen Tagen erstmals "um gemeinsam für den Kampf für Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und Menschenwürde einzutreten“, wie es in einer gemeinsamen Verlautbarung heißt.
Bei dem Treffen im Gemeindehaus "K. Nuagaon" in Kandhamal am vergangenen 9. Februar stand im Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Gewalt und deren Angehörigen. "Wir tauschten uns über Geschichten der Hoffnung und des Glaubens aus und kämpfen gemeinsam für Gerechtigkeit”, so die Überlebenden, die mit einer Schweigeminute an die Opfer der Massaker erinnerten.
"Die Gewalt in Kandhamal war das größte antichristliche Pogrom in der Geschichte des modernen Indien seit 300 Jahre. Die Gewalt dauerte fas vier Monate lang an. Insgesamt 101 Gläubige mussten sterben und 75.000 wurden aus ihren Häusern und Dörfern Vertrieben”, heißt es in der Verlautbarung.
"Die gezielte Gewalt und eine Art ethnische und religiöse Säuberung”, heißt es in der Verlautbarung weiter, “ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und es gibt nichts Vergleichbares in der jüngeren Vergangenheit. Wir verstehen das unvorstellbare Leid von Millionen Menschen, die verfolgt werden weil sie einen anderen Glauben haben. Wir sind besorgt angesichts der unsäglichen Verbrechen gegen die Anhänger Christi in aller Welt. Religiöser Fundamentalismus ist ein Übel der Menschheit, das auch vor Frauen und Kindern nicht Halt macht".
"Wir wollen unsere Solidarität mit den Menschen in Syrien zum Ausdruck bringen, die sich mit einer enormen Krise konfrontiert sehen und sich in Lebensgefahr befinden. Wir beten dafür, dass der Frieden wiederhergestellt möge werden und die Rechte und Würde der Menschen Vorrang haben mögen. Die Gewalt in Syrien muss rasch enden”, so Christudas Nayak, einer der Teilnehmer des Treffens.
"Wir appellieren an die Vereinten Nationen, den Heiligen Stuhl und an interreligiöse Organismen und Bewegungen mit der Bitte um Engagement für Frieden, Harmonie und religiöse Toleranz insbesondere im Nahen Osten”, heißt es in der Verlautbarung abschließend. (PA) (Fides 12/2/2016)



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