AFRIKA/BURUNDI - Afrikanische Union entsendet keine Friedenseinheiten: “Wir sind enttäuscht, doch es ist noch nicht alles verloren"

Montag, 1 Februar 2016 krisengebiete  



Bujumbura (Fides) - “Der Beschluss der Afrikanischen Union, keine Friedenseinheiten nach Burundi zu schicken, hat uns enttäuscht, doch es ist noch nicht alles verloren”, so ein Beobachter aus Burundi zum Fidesdienst. Am gestrigen 31. Januar gaben die Staats- uns Regierungschefs der Afrikanischen Union in Addis Abeba bekannt, man werde momentan keine Friedenseinheiten nach Burundi entsenden um die Gewalt nach der Wahl von Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit als Präsident zu bekämpfen.
“Die Afrikanische Union übt Druck auf die Regierung in Bujumbura aus, damit ein echter nationaler Dialog mit allen oppositionellen Kräften auf den Weg gebracht wird, insbesondere einschließlich derer, die ins Ausland fliehen mussten. Die Führungskräfte der Afrikanischen Union wollen unterdessen auch eine Militärdelegation nach Burundi schicken, die die Gegebenheiten mit Blick auf die mögliche Entsendung einer Friedenseinheit prüfen soll”, so der Beobachter.
“Jeden morgen werden weitere Leichen gefunden, und viele junge Oppositionelle werden vermisst”, so der Beobachter zur aktuellen Lagen. Vor wenigen Tagen lieferten Satellitenaufnahmen den Beweis für die Existenz von Massengräbern in der Umgebung von Bujumbura (vgl. Fides 29/1/2016).
Infolge der politischen Krise flohen rund 240.000 Burundier ins Ausland. “Die meisten halten sich in Flüchtlingsaufnahmezentren in Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und Tansania auf. Kleiner Gruppen flohen nach Kenia oder auch nach Europa”.
“Wir hoffen, dass die Afrikanische Union weiterhin Druck ausübt und dabei vermittelt, dass die Krise in Burundi überwunden wird, denn es besteht die Gefahr, dass ein Bürgerkrieg sich auf die gesamte Region der Großen Seen ausweiten könnte”, so der Beobachter abschließend.
(L.M.) (Fides 1/2/2016)



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