AMERIKA/CHILE - “Vicaría de la Solidaridad” setzt sich seit 40 Jahren für Menschenrechte ein

Donnerstag, 21 Januar 2016 gewalt   krisengebiete   politik   verfolgung  

Santiago (Fides) – Vor 40 Jahren wurde in Chile das die “Vicaría de la Solidaridad” gegründet. Der Anwalt und erste Geschäftsführer des Büros, Javier Luis Egaña, erinnert an den Einsatz für die Menschenrechte während der Militärdiktatur und die enge Zusammenarbeit mit der katholischen Erzdiözese Santiago und Kardinal Raúl Silva Henríquez. Egaña war erst 32 Jahre alt als Kardinal Silva Henríquez und Pfarrer Cristián Precht ihn Ende 1975, in das Amt des Geschäftsführers des neu gegründeten Büros beriefen, das sich vor einem Hintergrund der Unterdrückung und Gewalt für den Schutz der Menschenrechte einsetzen sollte. Er blieb bis 1981 in diesem Amt.
Anlässlich des Jubiläums erinnert er im Namen der Erzdiözese Santiago de Chile auch an die aktuelle Tätigkeit des Organismus: "Bei der Gründung waren wir vom Gleichnis des Guten Samariters inspiriert. Hauptziel war die Hilfeleistung, für alle die eine solche Hilfe brauchten, unabhängig von der politischen Zugehörigkeit, Geschlecht oder Religion. Von Anfangs einigen Wenigen ist die Zahl der Mitarbeiter auf heute 300 angestiegen und wir erhalten Unterstützung auch aus dem Ausland, vor allem vom Weltkirchenrat“, so Egaña. "Es gab dramatische Zeit und die Mitarbeiter unserer Einrichtung wurden eingeschüchtert und belästigt: 1985 wurde José Manuel Parada ermordet, er war ein außergewöhnlicher Mensch".
“Viele Menschen wurden ermordet oder verschleppt. Eine Million Menschen wurden des Landes verwiesen, darunter auch meine Geschwister. Wir haben vielen bei der Flucht ins Ausland geholfen”, so der ehemalige Geschäftsführer weiter, “Es war eine schreckliche Zeit. Manchmal dachten wir, dass wir angesichts der vielen Anfragen, viel zu wenig tun konnten. Es fehlte die Zeit, um all das zu tun, was wir hätten tun wollen".
"Seit 1992 findet eine Digitalisierung des Archivs statt und wir arbeiten heute mit den Gerichten zusammen, die uns beraten. Wir bemühen uns um Forschung und Bildungsarbeit und viele Studenten schreiben ihre Abschlussarbeit über unsere Themen. Wir werden von Schulkassen besucht, die verstehen wollen, was in Chile während der Diktatur geschehen ist. Für den Erhalt des Erbes, das wir durch das Engagement vieler besitzen, arbeiten wir täglich“, so Javier Luis Egaña abschließend.
Die "Vicaría de la Solidaridad" verfügt über 85.000 Dokumente zu Menschenrechtsverstößen in der Zeit von 1973 und 1990. (CE) (Fides, 21/01/2016)


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