AMERIKA/BRASILIEN - Guarani- und Kaiowá-Indianer mit Waffengewalt bedroht

Dienstag, 19 Januar 2016 eingeborene   gewalt   bewaffnete gruppen  

Taquara (Fides) – Am frühen Morgen des 15. Januar besetzten Vertreter der Guarani- und Kaiowá-Indianer das traditionell von ihnen besiedelte Gebiet in der Region Taquara. In dem Gebiet befindet sich in der Nähe von Juti im Staat Mato Grosso del Sul eine Farm, die bei den Indios unter dem Namen Lechucha bekannt ist. Nach eigenen Aussagen sollen die Indianer dort von so genannten "Pistoleiros" mit Waffengewalt bedroht worden sein.
Zwei Tage zuvor hatte sich der Mord an dem Indioanführer Marcos Veron gejährt, der am 13. Januar 2003 gewaltsam ums Leben kam. Marcos galt als historischer Anführer der Indios in Taquara und vertrat die Guarani- und Kaiowá-Indianer seit 1997 im Streit um die Demarkation des Landbesitzes der Indianervölker.
Wie der Missionsrat der Indios CIMI mitteilt wurde 1999 mit der Identifizierung der Indianerschutzgebiete begonnen und 2010 erließ das Justizministerium einen Beschluss, in dem die Besitzrechte der Guarani und Kaiowá definiert werden.
Rund 600 Indianer lebten bisher in dem Gebiet, wobei sie nur 300 Hektar des insgesamt 9.700 Hektar großen Gebiets in Taquara besiedelten. Dort wurden sie jedoch immer wieder bedroht und misshandelt und in ihren Rechten eingeschränkt. Unter anderem wurden ihre Zuckerrohrplantagen mit Insektengiften verwüstet und die Qualität des Ackerlands durch die Waldrodung in den benachbarten Gebieten beeinträchtigt (vgl. Fides 23/09/2010, 9/08/2013), wogegen der Indio-Missionsrat CIMI wiederholt protestierte (vgl. Fides 14/06/2012, 7/04/2014). (CE) (Fides, 19/01/2016)


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