ASIEN/SYRIEN - Spannungen zwischen Kurden und Christen in der Provinz Hassakè

Mittwoch, 13 Januar 2016 sektierertum  

Qamishli (Fides) – Die Spannungen zwischen Kurden und Christen in der in weiten Teilen vom Islamischen Staat (IS) kontrollierten Hassakè wachsen. Auslöser waren Anschläge auf zwei von christlichen Eigentümern geführten Restaurants am vergangenen 20. Dezember. “Diese beiden terroristischen Anschläge”, so der syrisch-katholische Erzbischof von Hassakè-Nisibi, Jacques Behnan Hindo, “sterben 13 Christen und 6 Muslime. Wir wissen nicht wer die Anschläge verübt hat, doch die Menschen zeigen mit dem Finger auf Kurden und die Art, wie das Attentat verübt wurde, bei dem drei Koffer mit Sprengstoff platziert wurden, lässt vermuten, dass es sich bei den Tätern nicht um Anhänger des IS handelt”.
Nach den Anschlägen stellten die so genannten Sootoro-Selbstverteidigungsgruppen Straßensperren auf, die die von syrischen und assyrischen Christen gewohnten Gebiete schützen sollten. Vor zwei Tagen wurde eine solche Straßenblockade von kurdischen PYD-Milizen angegriffen. “Hinter diesen Spannungen”, so Erzbischof Hindo, “verbirgt sich die Strategie der Kurden, die ihre Stellungen ausbauen und die Unabhängigkeit im künftigen Kontext einer vom Konflikt verwüsteten Region fordern wollen. Christliche Selbstschutz-Gruppen arbeiten mit der syrischen Regierung zusammen und werden auch aus diesem Grund von Kurden angegriffen”. Unterdessen so Erzbischof Hindo weiter, “verkaufen die Dschihadisten ihr Erdöl. Tanklaster sind auf dem Weg von Deir el Zor in Richtung Irak und von dort in die Türkei. Sie sind gut sichtbar, aber viele wollen sie nicht sehen. Sie nehmen diesen Weg, weil der direkte Weg zur türkischen Grenze von Russland beschossen wird”. (GV) (Fides 13/1/2016).


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