OZEANIEN/PAPUA NEU GUINEA - Bischöfe fordern Beendigung von Morden wegen angeblicher Hexerei

Samstag, 10 Oktober 2015 hexerei   menschenrechte  

Port Moresby (Fides) – In Papua Neu Guinea tagten die katholischen Bischöfe, Priester und Laien des Landes Ende September in Mendi zu Beratungen über Delikte und Morde an Menschen, die der schwarzen Magie und der der Hexerei verdächtigt werden. Dabei handelt es sich insbesondere um Frauen, die Opfer willkürlicher Hinrichtungen werden.
Ende August waren drei Frauen und ein Mann in der Region beschuldigt worden, den Tod einiger Einwohner durch Verzauberung herbeigeführt zu haben. Ein “Volksgericht” beschloss, die vier Angeklagten mit glühenden Eisenstangen zu foltern.
Bischof Donald Lippert, O.F.M. Cap, von Mendi bekräftigt: “Es ist kaum möglich den Glauben der Menschen zu kontrollieren, doch man sollte zumindest die Reaktionen kontrollieren können. Übergriffe auf Personen, die der schwarzen Magie beschuldigt werden erst dann beendet werden, wenn die Täter bestraft werden”.
Erst im Jahr 2013 schaffte das Parlament in Papua Neuguinea ein Gesetz über Hexerei aus dem Jahr 1971 ab. Das Gesetz unterschied „gute” und “schlechte” Hexerei und sah im Fall von Morden an die Tatsache, dass es sich bei dem Opfer um einen der Hexerei verdächtigten handelte, als mildernden Umstand unter betracht.
Nach dem geltenden Gesetz gilt der Mord an einer der Hexerei verdächtigten Person als normaler Mord. Doch diese Gesetze werden noch nicht in ausreichendem Maß umgesetzt. Dabei übt auch die Regierung übt nicht genügend Druck auf Polizei und Richter aus. (PA) (Fides 10/10/2015)


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