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Africa

2003-09-09

AFRIKA/UGANDA - P. GUGLIELMO MAFFEIS: EIN WEITERES OPFER DER GEWALT IM NORDEN UGANDAS

Kampala (Fidesdienst) – Der italienische Comboni Missionar Pater Guglielmo Maffeis befindet sich auf dem Weg der Genesung. Wie seine Mitbrüder aus der Mission Lira berichten, war er in der Nacht vom 6. auf den 7. September in der Mission in Iceme im Norden Ugandas überfallen worden. Die 1933 als erste Comboni Mission in Uganda gegründete Mission Lira ist etwa 50 Kilometer von Iceme entfernt, wo sich Pater Maffeis derzeit im Krankenhaus befindet. „Er hat eine gebrochene Rippe und verschiedene Prellungen, die ihm von den Rebellen der LRS (Lord’s Resistance Army) zugefügt wurden, doch sonst geht es im gut. Nach Ansicht der behandelnden Ärzte wird er in einem Monat wieder gesund sein“, berichten die Missionare. Wie Pater Maffei selbst berichtet, wurde er von den Rebellen im Schlaf überrascht. Die Rebellen plünderten das Pfarrhaus und drangen auch in die Kirche ein, wo sie sakrale Gegenstände beschädigten und die Pforten aufbrachen. „Bei dem Überfall in Iceme wurden auch 25 Personen entführt, die in die Reihen der Rebellen zwangsrekrutiert werden“, so die Missionare weiter.
„Es ist das vierte Mal in wenigen Jahren, dass ein Überfall auf die Mission verübt wird“, betonten die Comboni Missionare. „Letztes Jahr wurden drei Fahrzeuge der Mission beschädigt, die für unsere Arbeit unverzichtbar sind, denn ohne sie können wir nicht in die hunderte von Kilometern entfernten Dörfer gelangen. Die Rebellen zerstören einfach alles, was sie nicht mitnehmen können. Sie suchen vor allem nach Lebensmitteln, Geld und technischen Geräten.“
Pater Guglielmo ist damit ein weiteres Opfer der von den LRA-Rebellen verübten Gewalt. In den vergangenen Jahren waren bei Überfällen auf verschiedene Missionen zahlreiche Priester und Missionare ermordet oder verletzt worden. „Wir können nicht mit Gewissheit sagen, ob sich hinter diesen Überfällen eine strategisches Vorgehen gegen die Kirche verbirgt, auch weil wir nicht wissen ob die verschiedenen Überfälle von derselben Gruppe verübt wurden“, so die Comboni Missionare. „Die Bezeichnung LRA steht für verschiedene Gruppen, die in ganz Norduganda agieren. Diese absurde Situation dauert nun seit bereits 18 langen Jahren an. Vor allem die Zivilbevölkerung leidet darunter, denn es werden grundlose Morde, Entführungen und sich immer wieder wiederholende Razzien verübt.“
Pater Guglielmo Maffeis ist 70 Jahre alt und stammt aus dem norditalienischen Ort Ponte S. Pietro (Diözese Bergamo). Er lebt und arbeitet seit 1962 in Uganda. (LM) (Fidesdienst, 9/9/2003 – 33 Zeilen, 385 Worte)

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