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Africa

2003-09-05

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - DER FRIEDEN IST NOCH NICHT WIRKLICH UND ES DROHT EINE LEBENSMITTELNOT IN DEN VON DEN REBELLEN KONTROLLIERTEN GEBIETEN

Abidjan (Fidesdienst) – „Der Friedensprozess ist zum Stillstand gekommen“, so ein Beobachter aus Kreisen der Ortskirche in Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), nachdem Unterlagen über einen geplanten Mord an Staatspräsident Gbagbo gefunden wurden.
Die Situation in Cote d’Ivoire ist seit September letzten Jahres angespannt, nachdem ein Putschversuch gescheitert war und der Norden und Westen des Landes von Rebellenbewegungen belagert werden. Über Monate hinweg lieferten sich die Soldaten des Staatspräsidenten Laurent Gbagbo und Guerrillatruppen heftige Kämpfe, bis ein Waffenstillstand vereinbart und schließlich im Januar dieses Jahres im französischen Marcoussis ein Friedensabkommen unterzeichnet wurde, das die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vorsieht, der Vertreter der Partei des Präsidenten und Mitglieder aus den Reihen der Rebellen angehören sollen. Die neue Regierung ist jedoch noch nicht handlungsfähig, da man sich bisher nicht auf die Vergabe der Ämter des Innen- und Verteidigungsministers einigen konnte.
Die Regierung hat unterdessen für Oktober eine Wiederherstellung der staatlichen Behörden in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten angekündigt. „Dabei handelt es sich um eine wichtige Entscheidung, weil das Land ansonsten auf lange Sicht in zwei Teile gespalten würde“, kommentieren die Fidesquellen den jüngsten Beschluss. „Sollte die Regierung die Verwaltungsgeschäfte in diesen Regionen nicht wieder aufnehmen, dann würden die Rebellen parallele Behörden einrichten. Danach wäre es schwierig, die Einheit im Land wiederherzustellen.“
Was die humanitäre Lage anbelangt, so wiesen die Fidesquellen auf einen „Rückgang des Engagements der internationalen Hilfswerke“ hin. „Dies liegt wahrscheinlich daran, dass ihr Engagement auch im benachbarten Liberia geplant ist. Die von den Rebellen besetzten Gebiete werden nur noch unregelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Dies führt zu Problemen, die sich im Laufe der kommenden Monate zu einem Lebensmittelnotstand ausweiten könnten, denn die Bauern haben kein Saatgut für die nächste Erne.“
In einem solchen Kontext spielt die Kirche weiterhin eine grundlegende Rolle, wenn es darum geht, den Menschen zu helfen. „Die Pfarreinen bleiben für die Menschen ein wichtiger Bezugspunkt, vor allem was die Lebensmittelversorgung und den Schulunterricht anbelangt, nachdem die Schulen in den von den Rebellen belagerten Gebieten geschlossen wurden“, so die Beobachter abschließend. (LM) (Fidesdienst 5/9/2003 – 34 Zeilen, 353 Worte)

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