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Africa

2003-09-01

AFRIKA/D.R. KONGO - NACH FÜNFJÄHRIGEM KRIEG IM KONGO FORDERT DIE ITALIENISCHE CARITAS DIE EINHALTUNG DER FRIEDENSVEREINBARUNGEN, EINE REGIONALE KONFERNZ, GRÖSSERES ENGAGEMENT DER EUROPÄISCHEN UNION UND DAS INTERESSE DER MEDIEN AN POSITIVEN ASPEKTEN

Rom (Fidesdienst) – Die Einhaltung der Friedensvereinbarungen; die Einberufung einer regionalen Konferenz, in deren Rahmen sich alle Regierungen der Länder der Region der Afrikanischen Großen Seen um dauerhafte und gewaltlose Lösungen für die Probleme des Landes bemühen; die Intensivierung diplomatischer Bemühungen und humanitärere Hilfen seitens der Europäischen Union; größeres Interesse der Medien für die Ereignisse in Afrika und insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo, mit Berichterstattung über Konflikte und Kriege aber auch über positive Aspekte: so lauten die Forderungen der italienischen Caritas nach einer jüngsten Mission im Osten des Landes und insbesondere in den Diözesen Goma und Kindu, wo die italienische Caritas seit 1995 tätig ist.
Die Mission bestätigte ein weiteres Mal die dramatische Situation, in der sich die Zivilbevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo befindet. Gleichsam wurde jedoch auch das hochherzige Engagement der Ortskirche gewürdigt: Allein in Kindu werden rund 1.000 Kinder in kirchlichen Zentren ernährt. Im Mai konnte eine neue Entbindungsstation eröffnet werden, deren Bau von der italienischen Caritas finanziert wurde. In der letzten Juliwoche wurden 100 Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, in kirchlichen Einrichtungen betreut. In Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Ortskirche versucht die Caritas auch besonders dringende Projekte im Sozial- und Gesundheitswesen zu fördern und die einheimischen Kapazitäten zugunsten eines wirtschaftlichen Fortschritts zu unterstützen. Für solche Projekte werden insgesamt über 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Der schlimmste afrikanische Krieg aller Zeiten, an dem in den verschiedenen Phasen zahlreiche Länder auf unterschiedlich Weise beteiligt waren, hat in der Demokratischen Republik Kongo im August 1998 begonnen. Während des fünfjährigen Krieges sind mehr Menschen gestorben als je bei einem Krieg seit Ende des Zweiten Weltkriegs: etwa 3 Millionen Menschen kamen durch den Krieg ums Leben, wenn man auch die indirekten Folgen des Krieges berücksichtigt (die Flucht der Menschen in die Wälder, die Unterbrechung der Bewirtschaftung der Felder, Unterernährung, mangelnder Zugang zu Gesundheitseinrichtungen). Im Mittelpunkt des Konflikts steht vor allem die Kontrolle über die Bodenschätze des Landes: Gold, Diamanten, Erdöl, Kobalt, Kupfer, Zink, Edelhölzer. Obschon es im Ituri-Distrikt und in einigen Gebieten der Kivu-Region weiterhin zu Auseinandersetzungen und Massakern kommt, hoffen die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo darauf, dass die mühsame Bildung einer Übergangsregierung endlich zum lang ersehnten Ende des Krieges führen wird. (SL) (Fidesdienst, 1/9/2003 – 36 Zeilen, 395 Worte)

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