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Africa

2003-07-29

AFRIKA/KENIA - NAIROBI: 2 MILLIONEN MENSCHEN IN 130 HÜTTENSIEDLUNGEN OHNE WASSER, STROM UND KANALISATION

Nairobi (Fidesdienst) – „Allein in Nairobi gibt es insgesamt 130 Hüttensiedlungen, in denen über 2 Millionen Menschen leben. Diese Menschen stellen rund 55% der Einwohner der Stadt dar und leben auf nur 1,5% des städtischen Territoriums. Damit leben in Nairobi mehr Menschen in solchen so genannten Slums als in Kalkutta und Bombay, die als Städte mit den größten Hüttensiedlungen gelten“, heißt es in einem Bericht der Pastoralarbeiter, die die Menschen in den Baracken am Stadtrand der kenianischen Hauptstadt betreuen. Der Bericht wurde vor kurzem von Erzbischof Raphael S. Ndingi Mwana A Nzeki veröffentlicht. „Da es sich um illegale Bauten handelt“, heißt es in dem Bericht weiter, „haben die Menschen, die dort wohnen keinen Anspruch auf Infrastrukturen und Dienstleistungen: deshalb gibt es weder fließendes Wasser, noch elektrischen Strom oder Kanalisation und Müllabfuhr“.
„Es kann weder Frieden noch Entwicklung geben, wo hunderttausende Menschen unter verheerenden Bedingungen Leben und unter der alltäglichen Unsicherheit leiden“, urteilen die Verfasser des Berichts.
Im März dieses Jahres hatte die Regierung den Beginn von Bauarbeiten in den Vororten Soweto und Kibera angekündigt. Hierzu heißt es in dem Bericht, dieser Plan werde „von den Einwohnern begrüßt“ doch gleichsam befürchteten sie auch „dass zur Demolierung zahlreicher Gebäude kommen könnte, wo Wohnungen, Straßen und andere Infrastrukturen entstehen sollen“. Deshalb betonten die Autoren: „Umfassende Projekte wie dieses sollten entsprechende Richtlinien verfolgen: an erster Stelle sollte ein Umsiedungsplan zugrunde gelegt werden, wobei die Betroffenen an der Formulierung und Umsetzung des Plans beteiligt werden sollten“.
Abschließend schlagen die Pastoralarbeiter eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in den Slums vor: darunter die Legalisierung der Siedlungen, die Garantie der Bereitstellung von Straßen, Abwasserkanalisation, fließendem Wasser und Strom; die Einrichtung von Freizeitanlagen für Jugendliche und die Organisation von Märkten. (LM) (Fidesdienst, 29/7/2003 – 27 Zeilen, 295 Worte)

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