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Oceania

2003-07-28

OZEANIEN/SALOMONINSELN - ORDENSLEUTE LEISTEN FRIEDENSARBEIT AUF DEN SALOMONEN WO MENSCHEN IMMER NOCH UNTER DEN FOLGEN DES BÜRGERKRIEGS LEIDEN

Honiaria (Fidesdienst) – Wie aus den Beschlüssen des jüngst zu Ende gegangenen Zweiten Forums der Ordensleute in Honiara hervorgeht, werden sich Ordensleute um Frieden und Harmonie auf den Salomoninseln bemühen, indem sie versuchen, die Versöhnung zwischen den gegnerischen Parteien in dem Bürgerkriegsland zu fördern und erneut eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit entstehen zu lassen.
Auf den Inseln wurden vor kurzem 2.200 australische Soldaten stationiert, die den Frieden sichern und paramilitärische Gruppen unter Kontrolle halten sollen. Der Rebellenführer Harold Keke hatte öffentlich bekannt gegeben, seine Bewegung fordere die Unabhängigkeit, während auf verschiedenen Inseln die Gefahr eine völlige Anarchie besteht. Bewaffnete Banden plündern, verschleppen und ermorden Zivilisten. Unter den insgesamt 30 in den vergangenen Monaten ermordeten Menschen befand sich auch ein anglikanischer Priester aus Australien. Unterdessen leidet ein Großteil der insgesamt rund 450.000 Einwohner der Inseln unter der Armut und dem bisherigen völligen Stillstand der Wirtschaft.
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Lage befassten sich insgesamt 55 Ordensleute mit Themen der Erziehung und des gesellschaftlichen Friedens, wobei sie versuchten insbesondere den möglichen Beitrag der Kirche zu erörtern. „Die Erziehung bereitet auf das Leben vor und dies ist auf den Salomoninseln besonders wichtig“, betonen die Teilnehmer des Forums, die gleichsam die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens und des Austausches begrüßten.
Bei dem Treffen wurde auch die soziale Situation der Salomonen analysiert, wo man nach der Ankunft der australischen Friedenseinheiten langsam wieder zur Frieden und Sicherheit zurückkehrt: die Menschen können sich wieder frei fortbewegen und auch in der Wirtschaft gibt es erste Anzeichen für eine Erholung.
Die Forumsteilnehmer betonen insbesondere, dass der Friede in den Herzen der Menschen entstehen muss. Hierzu erklärt Schwester Rosario: „Die Versöhnung kann nur durch den guten Willen der beteiligten Parteien entstehen, denn es reicht nicht, dass er von außen vorgeschrieben wird“. Nach Ansicht von Pater Mark Popo müssen vor allem junge Menschen zur Gewaltlosigkeit erzogen werden: „Die jungen Menschen greifen zu Waffen, weil sie nichts anderes zu tun haben. Sie brauchen Ideale, mit denen sie sich identifizieren können. Außerdem wollen sie, dass man ihnen zuhört, wenn sie etwas zu sagen haben“. „Das unmäßige Streben nach Reichtum und Macht hat das Land zerstört: deshalb müssen wir gemeinsam das Evangelium des Friedens verkünden und das Böse anklagen“, so der Dominkanerpater Francis Mc Kinon.
Zum Abschluss ihrer Tagung versprachen die Ordensleute ihr Engagement und ihre Zusammenarbeit mit den Friedenseinheiten, damit das Leben auf den Salomoninseln wieder auf Respekt, Dialog, Toleranz, Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit gründet. Das nächste Forum der Ordensleute soll im Oktober 2003 stattfinden. (PA) (Fidesdienst 28/7/2003 – 38 Zeilen, 427 Worte)


HINTERGRUND: DER KONFLIKT AUF DEN SALOMONINEN

Honiaria (Fidesdienst) – Die Salomonen befinden sich im südlichen Pazifik nördlich von Australien waren bis 1978 britisches Protektorat. Das Land hat sich bis heute noch nicht von den gewalttätigen Auseinandersetzungen erholt, zu denen es in den Jahren von 1998 bis 2000 infolge von Spannungen zwischen Rebellen und regulären Streitkräften gekommen war, obschon im Oktober 2000 Friedensvereinbarungen unterzeichnet worden waren.
Bei dem Konflikt, in dem sich die Soldaten der Zentralregierung der Milizen der Rebellenbewegung Isiathabu Freedom Fighters unter Harold Keke gegenüberstanden, starben in zwei Jahren insgesamt 20.000 Menschen.
Auch nach der Unterzeichnung der Friedensverträge im Oktober 2000 blieben die wirtschaftlichen und sozialen Probleme ungelöst. Zu den Hauptgründen der Krise gehören Fragen finanzieller Art: tausende Einwohner der Salomonen waren aufgefordert worden, ihre Ersparnisse in einen so genannten „Familiensparfonds“ einzuzahlen, doch das staatliche Finanzsystem war im Mai dieses Jahres zusammengebrochen, was zur Schließung der beiden größten Banken des Landes geführt hat. Politisches Gewicht bekam dieser Zusammenbruch, nachdem der Premierminister Allan Kemakeza und andere hohe Regierungsmitglieder des Betrugs verdächtigt worden waren.
Der Zusammenbruch der beiden Banken, durch den auch zahlreiche Kleinunternehmer ihre Ersparnisse verloren haben, führte zu weiterem Unmut unter der Bevölkerung und damit zu erneuten Spannungen. Die Situation hatte sich bereits infolge der vom Wirbelsturm „Zoe“ im Dezember 2002 verursachten Schäden zugespitzt.
Die Salomonen geraten zunehmend in einen Status der allgemeinen Anarchie: Diebstahl, Verschleppung und Mord sind an der Tagesordnung und bleiben unbestraft. Aus diesem Grund hatte Premierminister Alan Kemakeza den australischen Premierminister John Howard um die Stationierung eines Friedenskontingents gebeten. Zu den Hauptaufgaben des Kontingents unter australischer Leitung, deren Einsatz auch vom Parlament der Salomonen gebilligt wurde, gehört die Wiederherstellung der Öffentlichen Ordnung in den von den Rebellen unter Harold Keke kontrollierten Gebieten. (PA) (Fidesdienst, 28/7/2003 – 26 Zeilen, 280 Worte)

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