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Africa

2003-07-16

AFRIKA/BURUNDI - WAFFENSTILLSTAND IN BUJUMBURA NACH DEN BOMBARDIERUNGEN DER VERGANGENEN TAGE: WIE LANGE WIRD ER HALTEN? TAUSENDE VERTRIEBENE LEBEN UNTER DRAMATISCHEN BEDINGUNGEN

Bujumbura (Fidesdienst) – In der burundischen Hauptstadt Bujumbura ist es wieder ruhig, nachdem am gestrigen 15. Juli vor allem das Stadtviertel Gihosha mit bombardiert worden war. „Es kommt nur noch zu kleinen Schießereien in den Stadtrandgebieten“, berichtet ein Beobachter der Ortskirche dem Fidesdienst. „Die Stadt kehrt langsam wieder zur Normalität zurück; Geschäfte und Büros werden wieder geöffnet, doch die schrecklichen Augenblicke der vergangenen Tage und den Bombenhagel in der vergangenen Woche vergisst man nicht so schnell“, so der Beobachter weiter. „Die Rebellen der Rwasa-FNL, die die Stadt belagern, sind rücksichtslos und bombardieren skrupellos ohne dabei zu berücksichtigen, ob es Opfer unter der Zivilbevölkerung gibt. In einer Woche wurden mindestens 200 Menschen getötet, bei denen es sich vorwiegend um unschuldige Opfer handelt“.
Nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es infolge der jüngsten Unruhen zwischen sieben und fünfzehn Millionen Vertriebene. „Diese Menschen haben nun Hunger und Durst, denn sie mussten ihre Wohnungen von einem Moment auf den anderen verlassen und konnten nichts mitnehmen. Unter den niedrigen Nachttemperaturen leiden vor allem Kinder“, so der Beobachter. „Die Vertriebenen bleiben sich selbst überlassen und arrangieren irgendwie. Nur in den Pfarrgemeinden werden Lebensmittel und Kleidung verteilt“, berichtet er weiter.
Obschon momentan keine Gefechte stattfinden ist die Situation angespannt. Die Vereinigten Staaten haben ihre Diplomatische Vertretung geschlossen. „Die Menschen leben jetzt in der Angst vor neuen Bombardierungen“, so der Beobachter. „Die Rebellen könnten jederzeit zurückkehren und unterdessen kommt es ständig zu Plünderungen durch bewaffnete Banden. Sie brechen nicht nur in Wohnungen ein und nehmen dort alles mit sondern sie halten die Menschen auch auf der Straße fest und nehmen ihnen alles ab, was sie bei sich haben“. (LM) (Fidesdienst, 16/7/2003 – 26 Zeilen, 289 Worte)

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