AFRIKA/NAMIBIA - Vorsitzender der Bischofskonferenz: “Die Kluft zwischen Armen und Reichen wird größer”

Freitag, 24 April 2015

Roma (Fides) - “Fünfundzwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit herrschen in Namibia politische Stabilität und Wirtschaftswachstum. Das größte Problem, mit dem wir uns konfrontiert sehen ist die Verteilung des Reichtums. Wir müssen feststellen, dass von Jahr zu Jahr die Kluft zwischen denjenigen wächst, die Besitz anhäufen und denjenigen, die nichts haben. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer Ärmer. Wir haben ein funktionierendes Justizsystem, das auch die Regierung zur Rechenschaft zieht: korrupte Minister, riskieren einen Prozess und eine Haftstrafe”, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Namibia, Erzbischof Nashenda Liborius Ndumbukuti von Windoek, am Rande des Ad-Limina-Besuchs in Rom im Gespräch mit Fides.
“Seit der Unabhängigkeit gab es keinen Bürgerkrieg. Und während dieser Zeit wechselten sich drei Präsidenten im Amt des Staatsoberhaupts ab. Keiner wollte länger als die von der Verfassung vorgesehenen zwei jeweils fünfjährigen Mandate im Amt bleiben”, so der Erzbischofs.
“Die pastoralen Prioritäten haben sich im Vergleich zur Vergangenheit geändert“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter, “Wir befinden uns nicht mehr in einer Notlage, wie es nach dem Unabhängigkeitskampf der Fall war und heute können wir uns der ordentlichen Pastoral widmen, in deren Mittelpunkt die Glaubensbildung steht. Ein weitrer Schwerpunkt sind im sozialen Bereich die Programme zur Armutsbekämpfung. Durch unsere Investitionen in den Schulen, konnten wir viel zur Entwicklung des Landes beitragen. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten können wir zwar nicht viel leisten, doch wir bilden eine neue Generation von Führungskräften für die künftige Entwicklung Namibias aus”, so der Erzbischof weiter.
“Wir haben auch in Gesundheitseinrichtungen investiert, insbesondere in ländlichen Gegenden, wo viele Menschen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Seit 1998 unterstützen wir auch Programme zur Vorbeugung und Bekämpfung von HIV und Aids und für die Verteilung von antiretroviralen Medikamenten für Infizierte und Kranke. Besonderes Augenmerk widmen wir auch den Aids-Waisen“, so Erzbischof Ndumbukuti.
“Wir unterhalten gute Beziehungen zu den staatlichen Behörden auf der Grundlage einer gemeinsamen Absichtserklärung und es gibt einen Beauftragten der Bischofskonferenz für die Beziehungen zur Regierung“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz abschließend, „dies bedeutet aber nicht, dass wir der Regierung nicht sagen, wenn uns etwas nicht gefällt- Wir arbeiten zusammen, aber wir bleiben eine unabhängige Stimme. Die Regierung schätzt unsere Initiativen und bezuschusst unsere Schulen und Krankenhäuser”.
Die Republik Namibia grenzt im Norden an Angola und Sambia, im Osten an Botswana und Südafrika und im Westen an den Atlantischen Ozean. Das Land hat eine Ausdehnung von 824.292 qkm, 2.220.000 Einwohner, davon 444.000 Katholiken. Es gibt insgesamt drei Kirchsprengel. (L.M.) (Fides 24/4/2015)


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