OZEANEN/PAPUA NEUGUINEA - Zahl der multiresistenten Tuberkulosefälle steigt während es kaum Zugang zu Therapien gibt

Dienstag, 31 März 2015

Port Moresby (Fides) – Rund 85% der Einwohner von Papua Neuguinea leben in ländlichen Gebieten, wo der Zugang zum Gesundheitswesen sehr schwierig ist. Zudem gibt es zu wenig medizinisches Fachpersonal: ein Arzt und fünf Krankenpfleger kommen auf 10.000 Einwohner. Dies führt dazu, dass Infektionskrankheiten sich leicht verbreiten, darunter auch multiresistente Tuberkulose (MDR-Tb).
Nur 19% der Einwohner haben regulären Zugang zum Gesundheitswesen und weniger als die Hälfte zu sauberem Trinkwasser. Tuberkulose ist die Haupttodesursache in Krankenhäusern. Nach offiziellen Angaben ging die Zahl der tödlich verlaufenden Tuberkulosefälle weltweit um rund 45% zurück, während die Zahl der Neuansteckungen in Papua Neuguinea in den vergangenen fünf Jahren von 16.000 auf 30.000 stieg. Ein Haupthindernis sind derzeit kulturelle Hintergründe. Wie Mitarbeiter des einheimischen Gesundheitswesens betonten, wenden sich die Einheimischen bei einer Infektion zunächst an Medizinmänner und vertrauen auf traditionelle Heilmethoden und kommen so erst spät zur Behandlung in eine Gesundheitseinrichtung, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. In den ländlichen Gebieten im Distrikt Kikori diagnostizierten Mitarbeiter des ärztlichen Hilfswerks “Ärzte ohne Grenzen” (MSF) seit vergangenem Jahr rund 50 Neuinfektionen pro Monat, darunter auch 10 Monate alte Kleinkinder. Am meisten von einer Ansteckung sind die Menschen der Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren gefährdet. Papua Neuguinea ist mit rund 7 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Inselstaaten im Pazifischen Ozean. (AP) (Fides 31/3/2015)


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