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2014-08-29

AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - Hunderte ehemaliger Geiseln der Guerillagruppen sind in den Wäldern sich selbst überlassen

Kinshasa (Fides) – Seit mehreren Tagen hat sich in Beni, rund 350 Kilometer nördlich von Goma (Nordkivu, Osten der Demokratischen Republik Kongo) die humanitäre Lage von mindestens 160 ehemaligen Geiseln der ursprünglich ugandischen Guerillagruppe ADF zugespitzt. Dies berichtet das Netzwerk “Pace per il Congo”. Diese Menschen erhalten derzeit keinerlei Unterstützung von den Behörden oder von humanitären Organisationen
Wie der für das Territorium um Beni zuständige Verwaltungsbeamte Kalonda Amisi mitteilt, stehen gegenwärtig keine Hilfsmittel zur Verfügung. Viele ehemalige Geiseln seien krank, unterernährt und traumatisiert, do die Menschenrechtsorganisation CRDH. Einige der Frauen und Mädchen, die von den Rebellen als Sexsklavinnen benutzt wurden, werden derzeit im Krankenhaus in Oicha behandelt. “Vier der eingelieferten Frauen sind schwanger. Die meisten Frauen und Mädchen wurden Vergewaltigt. In den Wäldern mussten sie Schreckliches erleben. Die ehemaligen Geiseln berichten auch davon, dass Angehörige in ihrer Gegenwart ermordet wurden”, so Jean-Paul Paluku Ngongondi, Vorsitzender der CRDH. Dabei soll es auch zu Kannibalismus gekommen sein.
Die Geiseln konnten nach der Zerstörung der Basislager der ADF durch die kongolesischen Streitkräfte im Rahmen der Operation "Sokola" fliehen, bei der die Regierungssoldaten von der Mission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik (MONUSCO) unterstützt wurden. Hunderte Geiseln befinden sich jedoch weiterhin in den Händen der Guerillagruppen (vgl. Fides 26/8/2014). Unterdessen will die MONUSCO nach den ehemaligen Geiseln der ADF suchen, die hilflos in den Wäldern in der Umgebung von Beni umher irren. (L.M.) (Fides 29/8/2014)

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