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2014-08-22

ASIEN/INDIEN - Jesuiten: Regierung des indischen Staates Gujarat verbreitet Extremismus und Gewalt in Schulbüchern

Ahmedabad (Fides) – Die Regierung des indischen Staates Gujarat verbreitet hinduistischen Extremismus und Nationalismus unter Schulkindern: die neuen Bücher für die rund 42.000 Grund- und Mittelstufenschulen, basieren auf rassistischen und diskriminierenden Prinzipien der hinduistisch geprägter Extremisten, die Hass und Gewalt verbreiten. Dies beklagt der Leiter des Zentrums für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden “Prashant”, mit Sitz in Ahmededabat (Gujarat), Pater Cedric Prakash SJ.
Mit einem Rundschreiben vom 30. Juni 2014 führt der Staat Gujarat neun Schulbücher ein, an deren Entstehung Dina Nath Batra, Gründer der Akademie “Shiksha Bachao Andolan Samiti”, mitwirkte, der sich für den Erhalt der hinduistischen Kultur und Religion einsetzt und als ideologischer Bezugspunkt für gewaltbereite Gruppen gilt, die die Hindutva-Ideologie verbreiten. Diese Kräfte, so P. Prakash zum Fidesdienst, “wollen das staatliche Bildungssystem manipulieren”.
Die Bücher wurden erstmals im Januar 2014 veröffentlicht und vom damaligen Premierminister des Staates Gujarat, Narendra Modi, der indischer Ministerpräsident ist, gelobt. “Sie lagen dann bis nach der Wahl auf Eis gelegt, und nun still und heimlich in den Schulen eingeführt”, so der Jesuit.
“Die Schulbücher enthalten zahlreiche Mythen und Falschheiten, Vorurteile und Aberglauben mit groben Verzerrungen und Manipulierungen. Sie propagieren eine faschistische Ideologie, die dem Erbe der indischen Kultur widerspricht, die auf Inklusion, Pluralismus und Menschenrechten basiert”, so P. Prakash besorgt. Nach Ansicht des Jesuitenpaters verstoßen die Texte gegen die Artikel 28 und 29 der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder, die eine rassistische Ideologie vertreten”.
Deshalb fordern die Jesuiten in Prashant die Zivilgesellschaft zur “ausdrücklichen Protesten” auf, damit indische Kinder nicht auf der Grundlage von verzerrten und Prinzipien erzogen werden. Sie fordern, dass die Einführung dieser Bücher in staatlichen Schulen rückgängig gemacht wird. (PA) (Agenzia Fides 22/8/2014)

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