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2014-08-04

AFRIKA/LIBYEN - Apostolischer Vikar: “So lange es hier auch nur einen Christen gibt, werde ich bleiben"

Tripolis (Fides)- “Die christliche Gemeinschaft in Libyen ist auf ein Mindestmaß geschrumpft, doch so lange es hier auch nur einen Christen gibt, werde ich hier bleiben”, so der Apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, im Gespräch mit Fides. Seit dem Sturz des Regimes Gheddafi ist die Situation in Libyen kritisch. In Tripolis kommt es zu blutigen Kämpfen zwischen verschiedenen bewaffneten Milizen um die Kontrolle des Flughafens, die die Infrakstrukturen des Flughafens schwer beschädigten, wobei es nach dem Brand eines Treibstofflagers fast zu einer ökologischen Katastrophe gekommen wäre. Auch in anderen Landesteilen kämpfen bewaffnete Milizen um die Kontrolle des Territoriums.
Zur Lage der Christen in Libyen sagt Bischof Martinelli: “In der Provinz Kyrenaika gibt es keine Schwestern mehr und die meisten Filipinos, die einen Großteil der christlichen Gemeinschaft in Libyen ausmachen verlassen die Region. In Tripolis gibt es noch zahlreiche Filipinos, aber viele erwägen eine Abreise”.
“Die Kirche lebt aus der Präsenz dieser Laien, die vorwiegend im Bereich der Krankenpflege tätig sind und angesichts der derzeitigen Situation stehen wir tatsächlich vor einer Prüfung. Ich weiß nicht, wie es enden wird, doch ich glauben dass es immer eine Gruppe von Personen geben wird, die sich in den Dienst der Kirche stellen“, so Bischof Martinelli.
“Problematisch ist, dass wir nicht wissen, welche Gestalt das Land annehmen wird”, so der Apostolische Vikar. „Zurzeit wird zwar anscheinend nicht mehr gekämpft, doch die Situation bleibt weiterhin prekär. Der Flughafen ist geschlossen und die Menschen verlassen das Land an Bord von Schiffen. Auch der Landweg zur tunesischen Grenze ist derzeit nicht befahrbar”.
“Ich glaube weiterhin an die Zukunft Libyens, doch wir befinden uns in den Händen des Herrn”, so Bischof, der gleichsam betont, dass er nicht beabsichtigt, das Land zu verlassen “So lange es auch nur einen einzigen Christen gibt, bin ich verpflichtet ihm zur Seite zu stehen. Obschon die Gottesdienste auf ein Mindestmaß reduziert wurden, können wir die wenigen Christen nicht im Stich lassen”, so Bischof Martinelli abschließend, der alle um das Gebet bittet, denn “nur das Gebet kann schwierige Situationen überwinden, wie wir sie heute in Libyen haben” (L.M.) (Fides 4/8/2014)

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