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2014-08-01

ASIEN/HEILIGES LAND - Patriarch Twal: Ein Waffenstillstand ist nutzlos, wenn Gaza ein Land der Verzweifelten bleibt

Jerusalem (Fides) - “Der aktuelle Waffenstillstand ist positiv, doch er wird nutzlos sein, solange die Lebensbedingungen in Gaza, die eines verzweifelten und belagerten Landes bleiben, wo nur Angst und Frustration entstehen können, die wiederum den Hass schüren. Es hat den Anschein, als ob man Gaza zu einer Fabrik der Verzweifelten machen will, die dann leicht zu Extremisten werden, die zu allem bereit sind”, so der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal im Gespräch mit Fides, zu der schwierigen Lage und seinen Zweifeln an einer langfristigen positiven Auswirkung der vorübergehenden Einstellung der militärischen Operationen auf der Grundlage der Vereinbarungen zwischen Israel und Hamas. Nach Ansicht des Patriarchen müssen strukturelle Bedingungen überwunden werden, die blinden Hass hervorbringen, darunter auch das Embargo: “Auch die Tunnel in Gaza”, so Erzbischof Twal “sind in gewisser Weise ein Produkt des Embargos: wenn diese Belagerung beendet wird und Straßen geöffnet werden, wenn Menschen und Waren sich frei fortbewegen können und der Fischfang vor Gaza liberalisiert wird, dann wird alles an der Erdoberfläche geschehen und niemand wird unterirdische Tunnel brauchen”.
Nach Ansicht des lateinischen Patriarchen von Jerusalem macht der blinde Wille zur Vernichtung des Feindes Gaza zum Opferlamm: “Man braucht nur auf die Namen der Opfer zu blicken”, so der Patriarch, „rund 70% sind Frauen und Kinder. Und es gibt auch zu denken, dass die Hamas für die Menschen keine neben den vielen Tunneln keine unterirdischen Bunker für die Menschen gebaut hat”.
Der Patriarch appelliert auch an all jene, die sich mit den Christen und den Not leidenden Menschen im Nahen Osten solidarisch erklären, mit der Bitte um mehr konkrete Hilfe. “Es kommen viele Briefe von Freunden aus anderen Ländern und Kontinente“, so Erzbischof Twal, „Wir danken dafür, doch vielleicht gibt es zuviel Mitgefühl und zu wenig konkrete Hilfe. Ich habe die Verletzte aus Gaza besucht, die im französischen Krankenhaus behandelt wurde und dies hat mich sehr beeindruckt. Auch ihre Familien haben nichts und brauchen alles. Wir tun mit der Caritas und den Ressourcen des Patriarchats, was wir können, doch aus dem Ausland kommt nur wenig konkrete und wirksame Hilfe. Botschaften und Erklärungen, die uns sagen ‘wir sind bei euch’ reichen nicht aus”. (GV) (Agenzia Fides 1/8/2014).

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