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2014-07-22

ASIEN/VIETNAM – “Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religionsfreiheit soll ungehinderten Zugang zu allen Glaubensgemeinschaften haben”

Hanoi (Fides) – Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für religiöse Freiheit, Heiner Bielefeldt, der sich vom 21. bis zum 31. Juli in Vietnam aufhält, “soll freien Zugang zu allen Teilen des Landes haben und alle religiösen Gemeinschaften treffen können”. – So lautet die Forderung der NGO und aller Verbände und Aktivisten, die sich für die Menschenrechte interessieren, wie „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW). In einer an Fides gesendeten Meldung kritisiert die NGO den neuen Erlass zur Regelung religiöser Angelegenheiten, das sogenannte “Dekret 92”, das besorgnisserregend sei, weil es den Funktionären der Regierung im Grunde Willkürmacht überlasse.
Der Sonderberichterstatter ist in das Land eingereist, um dessen lokale Situation besser kennenzulernen, mit Blick auf die Förderung und den Schutz der Religionsfreiheit und auf die Hindernisse, wegen derer dieses Recht nicht ausgeübt werden kann. Während des Besuchs Bielefeldts sind Treffen mit verschiedenen Funktionären der Regierung und mit lokalen Machthabern geplant, sowie mit Vertretern der religiösen Gemeinschaften und mit Bürgerverbänden. Am Ende seiner Besichtigungen wird Bielefeldt am 31. Juli eine öffentliche Pressekonferenz in Hanoi abhalten, bei der er einen Bericht veröffentlicht, der seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen an den UN-Menschenrechtsrat für 2015 enthält.
Laut einer von CSW durchgeführten Untersuchung schließen in den Jahren 2013 und 2014 die Formen der Verletzung der religiösen Freiheit und der Übergriffe auf Religionsgemeinschaften Belästigungen, Einschüchterungen und Überwachung in beeinträchtigendem Ausmaß, Festnahmen, Folterungen und außergerichtliche Tötungen mit ein. Die Opfer sind sowohl “Neu-Konvertierte”, als auch alteingesessene Mitglieder der Religionsgemeinschaften wie Protestanten, Katholiken, Hoa Hao-Buddhisten, Moslems, andere Buddhisten und Cao Dai-Anhänger.
CSW teilt die Bedenken, die die religiösen Oberhäupte über das Dekret 92 formuliert haben, “das eine ungenaue und zweideutige Terminologie benutzt und als Grundlage dient für die Einführung neuer bürokratischer Hindernisse für pazifistische und legale Aktivitäten der Gläubigen”. Des weiteren erinnert die Organisation an die schwerwiegenden Freiheitsverletzungen gegenüber den christlich-protestantischen Gemeinden in den zentralen Hochebenen und im Nord-Westen und gegenüber den katholischen Gemeinden in verschiedenen Teilen des Landes. CSW ermutigt deshalb den Sonderberichterstatter zu Treffen mit eben diesen Religionsgemeinschaften. (PA) (Fides 22/7/2014)

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