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2014-07-05

ASIEN/PAKISTAN - Auf der Flucht vor Terrorismus und Extremismus: Religiöse Minderheiten verlassen das Land

Lahore (Fides) – Angesichts der zunehmenden Verbreitung des Terrorismus in Pakistan und der damit verbundenen Unsicherheit der Bürger und infolge schwieriger Lebensbedingungen, verlassen viele Angehörige heute das Land. Allein im vergangenen Jahr suchten rund 14.000 Christen Asyl in anderen asiatischen Ländern, aber auch in westlichen Staaten in Europa und Amerika. Dies bestätigt Farrukh H. Saif, Direktor der pakistanischen Nichtregierungsorganisation “World Vision in Progress”, die sich für die Bekämpfung der Diskriminierung von religiösen Minderheiten in Pakistan und für die Förderung besserer Lebensbedingungen einsetzt.
“Die Situation ist ernst: Minderheiten, insbesondere Christen und Hindus sind zur Zielscheibe von Terroranschlägen und Massengewalt geworden und werden oft Opfer des Missbrauchs des so genannten Blasphemie-Paragraphen. Wir müssen feststellen, dass aus diesem Grund immer mehr Familien sich entschließen, Pakistan zu verlassen. Tausende pakistanische Hindus suchen Zuflucht in Indien, während Christen, Ahmadi, Schiiten und andere religiöse Gruppen nach Ostasien gehen oder versuchen sich mit Unterstützung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in einem Land niederzulassen, in dem Gleichberechtigung herrscht”, so Saif.
Der Direktor von „World Vision in Progress“ erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass “die Flucht der Christen bereits 2009 begann, als christliche Dörfer und Stadtviertel in Punjab von muslimischen Extremisten angegriffen wurden. Hunderte Häuser wurden in Brand gesteckt und Hunderte Christen flohen aus Gojra und Korian nach Sri Lanka, Thailand, Hongkong und Malaysia. Im März 2013 griffen radikalislamische Gruppen das christliche Stadtviertel ‘Joseph Colony’ in Lahore an. Wie aus unseren Untersuchungen hervorgeht, haben im vergangenen Jahr mindestens 14.000 pakistanische Christen in Ost- und Südasiatischen Ländern Zuflucht gesucht”.
“Um einer Massenauswanderung entgegenzuwirken, müsste die pakistanische Regierung den Terrorismus bekämpfen und pakistanische Christen und andere Minderheiten schützen”, so Saif. “Vor wenigen Monaten haben pakistanische Behörden rund 1.000 Christen aufgehalten, die sich auf den Weg nach Sri Lanka, Malaysia, Thailand, Singapur und Hong Kong befanden. In der zweiten Juniwoche brachte die Polizei in Sri Lanka eine Operation gegen asylsuchende Pakistaner auf den Weg: die dabei vorgenommenen Festnahmen verstoßen gegen internationale Normen und Prinzipien, denn ein Gastland kann Flüchtlinge, die beim UNHCR gemeldet sind nicht einfach festnehmen”.
Die Nichtregierunsorganisation “World Vision in Progress” appelliert deshalb an die internationale Staatengemeinschaft mit der Bitte um Maßnahmen zur Beendigung der Notlage religiöser Minderheiten in Pakistan und in den Ländern, in denen Flüchtlinge unter Achtung der humanitären Rechte und der internationalen Gesetze Asyl suchen. (PA) (Agenzia Fides 5/7/2014)

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