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2014-06-11

ASIEN/IRAK - Nach der Eroberung Mossuls planen die Dschihadisten der ISIL den Vormarsch auf Kirkuk: Patriarch Sarko fordert Regierung der Nationalen Einheit

Kirkuk (Fides) – Nach der Eroberung von Mossul, planen die Kämpfer der islamistischen Gruppe “Islamischer Staat im Irak und Levante” (ISIL), die auch in Syrien aktiv ist, einen weiteren Vormarsch. Am gestrigen Dienstag, den 10. Juni, eroberten die islamistischen Kämpfer bereits weite Teile des der Region Kirkuk. Nach Angaben einheimischer Beobachter, sollen sich die ISIL-Milizen bereits an den Pforten der rund 250 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernten Stadt stationiert haben. Unterdessen sollen der chaldäische Erzbischof von Mossul, Amel Shamon Nona und dessen Priester die Stadt bereits verlassen und in den Dörfern Kramles und Tilkif Zuflucht gefunden haben.
Der chaldäische Patriarch, Louis Raphael I. Sako, der sich derzeit zusammen mit anderen chaldäischen Bischöfen zu einem besuch bei den chaldäischen Auslandsgemeinden in Kanada und den Vereinigten Staaten aufhält, äußerte sich unterdessen in einer Verlautbarung zu den dramatischen Ereignissen im Irak. Er fordert die Bürger des Landes auf, sich von den sektiererischen Unruhen, die das Land erschüttern, nicht verängstigen zu lassen. “Wir glauben”, so der Patriarch wörtlich, “dass eine Regierung der Nationalen Einheit die beste Lösung für diese Art von Problemen wäre, da sie zu einer Konsolidierung der staatlichen Kontrolle und des Rechtsstaates beitragen würde, damit das Land, die Bürger und ihr Eigentum geschützt werden und die Einheit des Landes erhalten bleibt”.
Der chaldäische Patriarch erinnert in diesem Zusammenhang an die historische Bedeutung Mossuls: die zweitgrößte Stadt des Irak befindet sich in der antiken Region Ninive, die als assyrische Hauptstadt auch in der Bibel erwähnt ist. Abschließend bittet Patriarch Sako um den Beistand Gottes „Quelle des Friedens“, damit alle Iraker die Zeit der Prüfung mutig bestehen und das Geschenk des Friedens erhalten. (GV) (Fides 11/6/2014).

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