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2014-06-10

AFRIKA/ERITREA - Bischöfe: “Die Lage unseres Landes ist desolat: deshalb fliehen die Menschen”

Asmara (Fides) - “Die Menschen wären nicht gezwungen, unser Land zu verlassen, wenn die Lebensbedingungen anständig wären”, so die Bischöfe von Eritrea in einem 36 Seiten langen Brief, zum Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes mit dem Titel: “Wo ist dein Bruder?”. In ihrem Schreiben erinnern die Bischöfe auch an die Tragödie von Lampedusa vom 3. Oktober 2013, wo rund 400 größtenteils aus Eritrea stammende Flüchtlinge vor der Küste der Insel ertranken (vgl. Fides 4/10/2013). In diesem Zusammenhang beklagen die Bischöfe: “Es gibt bisher keine Lösungen, die eine Wiederholung solcher Tragödien verhindern könnten, vielmehr hat sich die Lage verschlechtert”.
“Wir brauchten nicht das Land zu suchen, in dem Honig fließt, wenn wir schon dort leben”, so die Bischöfe in ihrer Botschaft. “Vieler Eritreer verlassen das Land, während wir diejenigen zur Rückkehr bewegen sollten, die im Ausland leben… Es macht keinen Sinn, wenn wir uns fragen, warum unsere jungen Menschen ins Ausland fliehen”. Dabei erinnern die Bischöfe von Eritrea an die Probleme, mit denen sich die Bürger des Landes konfrontiert sehen: an erster Stelle der Zerfalle der Familien, deren Mitglieder entfernt voneinander Leben, weil die Militärzeit lange dauert, oder Familienmitglieder sich im Gefängnis oder in Rehabilitations-Einrichtungen befinden. Oft komme es vor, dass ältere Menschen sich selbst überlassen bleiben. “Dies alles führt zu desolaten Zuständen in unserem Land.
Nach Ansicht der Bischöfe sind die brach liegende Wirtschaft, das schlechte Bildungssystem, die Willkür der Gesetze, das Fehlen von Perspektiven, der Grund dafür, dass viele junge Menschen sich auf die gefährliche Reise machen, die sie auf der Suche nach einem besseren Leben zuerst durch die Wüste und dann über das Meer führt. Die Bischöfe fordern auch die Achtung der Menschenrechte von Gefangenen: “Menschen, die fest genommen werden, müssen menschlich behandelt und von einem Gericht verurteilt werden”. (L.M.) (Fides 10/6/2014)

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