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2014-05-30

AFRIKA/ÄGYPTEN - Al-Sisi triumphiert bei der Präsidentschaftswahl: katholischer Bischof von Guizeh sieht geringe Wahlbeteiligung nicht als Zeichen der Schwäche

Kairo (Fides) – Die Präsidentschaftswahlen in Ägypten waren ein Triumph für den seit langem als Favorit geltenden ehemaligen Armeegeneral Abdel Fattah al-Sisi. Wie aus offiziellen Daten hervorgeht, soll al-Sisi 93,3% der Stimmen erhalten haben. Rund 21 Millionen Ägypter gaben al-Sisi ihre Stimme. Internationale Beobachter betonen allerdings die niedrige Wahlbeteiligung: nach nicht offiziellen Angaben sollen nur 46 % der wahlberichtigten Bürger ihre Stimme abgegeben haben, besonders gering soll die Wahlbeteiligung in Oberägypten gewesen sein.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst dementiert der koptisch-katholische Bischof von Guizeh, Antonios Aziz Mina, Analysen, die die geringe Wahlbeteiligung als Schwäche des neuen Präsidenten auslegen: “Die offiziellen Daten zur Wahlbeteiligung wurden noch nicht veröffentlicht, so Bischof Mina, “und die Prozentsätze sind nicht zu vergleichen mit den Wahlen zur Zeit Mubaraks, als nur wenige Millionen Wähler an den Wahlen teilnahmen. Bei dieser Wahl war das Ergebnis vorhersehbar, so dass es sich nicht um einen wahren Wettstreit handelte. Deshalb sind viele, vor allem älter Menschen nicht zur Wahl gegangen, da es in den vergangenen Tagen auch sehr heiß war”. Den Beschluss der Wahlkommission, die Wahl um einen Tag zu verlängern bezeichnet der Bischof al “unnötig und ungeschickt”: “Beide Kandidaten”, so der Bischof, “haben diesen Beschluss kritisiert“. Auch Gerüchte darüber, dass in einigen Regionen Christen nur in Begleitung von Militärschutz zur Wahl gehen konnten, dementiert der Bischof. “Die Sicherheitskräfte”, so Bischof Mina, “sorgten am Rande der Wahl für die Sicherheit aller Bürger. Und wir danken Gott, dass alles gut gegangen ist. Dies war nicht selbst verständlich, nachdem es im Vorfeld Drohungen gegeben hatte. Es gibt Kräfte, die nicht wollen, dass dieses Land wieder auf die Beine kommt. Denn sie wissen, dass dieser Prozess, sollte Ägypten wieder ein Gleichgewicht finden, sich mit der Zeit auf die gesamte Region ausdehnen könnte”. (GV) (Agenzia Fides 30/5/2014).

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