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2014-05-06

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Missionar: “Der Karmel in Bangui gehört heute zu den fünf größten Flüchtlingscamps der Hauptstadt”

Bangui (Fides) - “Wir gehören zu den fünf größten Flüchtlingscamps in Bangui. Wie aus eine aktuellen Erhebung einer Nichtregierungsorganisation hervorgeht, ist die Zahl unserer Vertriebenen auf durchschnittlich 7.500 zurückgegangen”, so Pater Federico Trinchero, der als Missionar im Kloster Notre Dame du Mont Carmel di Bangui, in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik tätig ist, wo weiterhin Chaos und Unsicherheit herrschen.
“Es gab Wochen, in denen es sehr viel mehr waren. Seit etwa zwei Wochen ist es uns gelungen die Innenhöfe des Klosters zu räumen, wo sich seit dem 5. Dezember Flüchtlinge aufhielten”, so der Missionar weiter. “Heute sind unsere Gäste in Plastikzelten untergebracht, in denen mehrere Familien zusammenleben. Insgesamt wurden 79 solcher Zelte aufgebaut: 21 mit 80 qm und 58 mit 160 qm Wohnfläche. Hinzu kommen rund hundert weitere Zelte, in denen jeweils nur eine Familie lebt.“, berichtet der Missionar, „Neben den Zelten wurden 116 Toiletten und 110 Duschen gebaut. Unser Flüchtlingscamp ist in 12 Viertel aufgeteilt. Jedes Viertel hat einen Vorsteher und zwei Berater. Ein Ausschuss mit einem Vorsitzenden, einem Generalsekretär und einer Aufsichtsberson, organisiert die Aktivitäten und Bewegungen im Camp. Es gibt Aufsichtspersonen für den Tag und für die Nacht, die rund um die Uhr die Sicherheit gewährleisten; andere Personen sind für die Reinigung der sanitären Anlagen und für die Abfallbeseitigung zuständig. Man muss sich vorstellen, dass rund 10.000 Menschen über fünf Monate hinweg einer Art Picknick im Garten veranstalten: da gibt es viel Abfall und an die Grasfläche können wir uns nur noch erinnern. Außerdem wurden viele Abwasserkanäle geschaffen, die eine Überschwemmung der Zelte während der Regenzeit verhindern. Eine weitere Gruppe ist für die Verteilung der Lebensmittel verantwortlich. Jede Woche liefert das Internationale Rote Kreuz in einem unserer Klöster rund 16 Tonnen Reis, 6 Tonnen Bohnen, 2.800 Liter Öl und 12 große Säcke Salz.“
“Unser Flüchtlingscamp”, so P. Federico abschließend, “ist eine fast perfekte Maschinerie, die wir von Tag zu Tag besser bedienen können, ohne dass wir dafür ausgebildet wurden. Manchmal kommt es zu Verzögerungen oder es fehlt der Treibstoff, aber irgendwie geht es trotzdem weiter… wer weiß wohin und wie lange noch”. (L.M.) (Fides 6/5/2014)

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