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2014-04-24

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - “Die Rebellen wollten mich töten”: der von den Rebellen, die einen Priester aus seiner Diözese töteten, verschleppte Bischof von Bossangoa über seine Entführung

Bangui (Fides) - “Dieses Unglück hat mich weit weg, in den Osten meiner Diözese geführt”, so Bischof Nestor Désiré Nongo-Aziagbia von Bossangoa (im Norden der Zentralafrikanischen Republik) im Gespräch mit dem Fidesdienst zu seiner Entführung durch die Seleka-Rebellen.
“Am Mittwoch, den 16. Aprile“, so Bischof Nongo-Aziagbia, “begleitete ich drei Priester aus meiner Diözese im Auto zurück in ihre Pfarrei (die Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis in Bantangafo), als wir gegen 17.00 Uhr von den Rebellen des Seleka-Bündnisses unter dem Kommando eines Offiziers, der während der Besatzung von Bossangoa das Sagen hatte, angehalten”.
“Ich wurde zu diesem Befehlshaber gebracht”, so der Bischof weiter, “der mir vorwarf, ich hätte seine Pläne im Hinblick auf die Rückeroberung von Bossangoa zunichte gemacht und im Internet diffamierende Erklärungen über ihn veröffentlicht. Außerdem sollte ich in Bantangafo Informationen gesammelt und an die internationalen Einheiten der französischen Sangaris-Truppen und der afrikanischen MISCA-Mission weitergeleitet haben. Nicht zuletzt sollte ich den Widerstand in der Stadt organisiert und damit die Rückerobrung durch seine Männer verhindert haben ”.
“Die Rebellen nahmen mir mein Bischofskreuz und meinen Ring ab und die Paramente, die in meinem Koffer waren. Meine drei Priester nahmen sie nach Sidot mit, wo man sie tötete. In der Nähe von Kabo (im äußersten Norden des Landes an der Grenze zum Tschad, Anm. d. Red.) wurde unsere Konvoi von den internationalen Truppen angehalten und von einem Befehlshaber der lokalen Einheiten der Seleka, ein General der nicht mit dem Befehl der Exekution einverstanden war, den ein im Untergeordneter ausgesprochen hatte. Nach den Verhandlungen, die den ganzen Kardonnerstag dauerten, wurden wir am Karfreitag nach Bantangafo zurückgebracht, wo der Kommandant der MISCA uns mit dem Hubschrauber abgeholt und nach Hause gebracht hat”.
In der Diözese Bossangoa wurden am Karfreitag, den 18. April, unterdessen Pfarrer Christ Forman Wilibona ermordet. “Pfarrer Wilibona war einer meiner Priester”, so Bischof Nongo-Aziagbia, “der auf dem Motorrad vom Gottesdienst nach Hause fuhr, als er von einer Straßenblockade der Seleka-Rebellen und der Peuls angehalten wurde, die 12 Schüsse auf ihn abfeuerten und ihn töteten”.
“Pfarrer Wilibona war sofort tot”, so der Bischof, „Die Einheimischen haben versucht seine Leiche wegzubringen, doch die Mörder ließen sie 3-4 Stunden nicht zu dem Toten. Schließlich durften die Dorfbewohner die Leiche doch noch bestatten, doch später wurde sie mit Hilfe des Roten Kreuzes wieder in die Mission Paoua überführt, die Pfarrer Wilibona leitete”.
“Der gesamte Norden meiner Diözese ist von Seleka-Rebellen besetzt, die dort weiterhin das Sagen haben, obschon dort auch internationale Einheiten stationiert sind. Deshalb frage ich mich: zu was ist ihre Präsenz in Zentralafrika gut?“, so Bischof Nongo-Aziagbia abschließend. (L.M.) (Fides 24/4/2014)

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