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2014-04-14

AFRIKA/NIGERIA - Attentat in Abuja: “Bei den Opfern des Bündnisses zwischen Boko Haram und Al Quaida handelt es sich um einfache Arbeiter und Pendler”

Abuja (Fides) – Bei zwei heftigen Explosionen starben heute Morgen im Busbahnhof im Nyanya Motor Park in der nigerianischen Hauptstadt Abuja mehrere Dutzend Menschen. Es wird vermutet, dass die Zahl der Todesopfer bei bis zu zweihundert liegen könnte. Eine offizielle Bilanz der Sprengstoffattentate, bei denen Dutzende Busse beschädigt wurden, gibt es noch nicht.
“Der Ort, an desm das heutige Attentat verübt wurde, befindet sich in einem der größten Vororte von Abuja, rund 15 bis 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt”, so der Pressesprecher der Erzdiözese Pfarrer Patrick Tor Alumuk zum Fidesdienst. “Der Busbahnhof, in dem die Explosion stattfand, wird von Pendlern benutz, die zur Arbeit in die Stadt fahren. Bei den Opfern handelt es sich also um einfache Arbeiter auf dem Weg zum Arbeitsplatz“.
“Die Behörden haben zwar noch nicht bestätigt, dass es sich um ein Attentat von Boko Haram, doch die Vorgehensweise, lässt auf Boko Haram schließen”, so Pfarrer Patrick weiter.
Erst am gestrigen 13. Aprile waren bei einem Anschlag der Boko Haram mindestens 60 Menschen in verschiedenen Dörfern im Nordosten des Landes gestorben. “Die Lage ist äußerst schwierig. Zwar werden die Mitglieder Boko Haram von der Armee verfolgt, doch diese rächen sich im Gegenzug an der Zivilbevölkerung”, betont Pfarrer Patrick.
Nach Ansicht des katholischen Geistlichen ist die radikalislamische Sekte in der Lage, den Angriffen der Armee zu widerstehen, weil sie Unterstützung aus dem Ausland erhält. “Viele Mitglieder der Boko Haram sind keine Nigerianer, da die Al Quaida im islamischen Maghreb (AQMI) beschlossen hat, die islamistische Sekte in Nigeria zu unterstützen“, so Pfarrer Patrick. „Hunderte Kämpfer der AQMI aus dem Ausland verstärken also die Einheiten der Boko Haram in Nigeria. AQMI wiederum wird von anderen Staaten unterstützt, die auf diese Weise Krieg gegen Nigeria führen. AQMI leistet finanzielle Unterstützung und sorgt für die Ausbildung der Kämpfer der Boko Haram. Deshalb handelt es sich nicht mehr nur um einen internen Krieg”.
Beobachter berichten auch davon, dass Boko Haram aus der Luft von Helikoptern versorgt wird (vgl. Fides 1/4/2014). Dies bestätigt auch Pfarrer Patrick: “Diese Hubschrauber kommen aus den Ländern des Maghreb, wo sich die Stützpunkte befinden. Es wäre zu vergleichen mit einem Konflikt im Norden Italiens, bei dem die Aufständischen von Hubschraubern aus der Schweiz und aus Österreich versorgt werden”. (L.M.) (Fides 14/4/2014)

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