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2014-04-04

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLK - Bischof von Bangassou: “Es ist uns gelungen, die Situation mit Hilfe von Vermittlungsausschüssen unter Kontrolle zu halten”

Bangui (Fides) - “Der Vermittlungsausschuss, den wir geschaffen haben, hat dafür gesorgt, dass man in unserer Region in Frieden leben kann”, so Bischof Juan José Aguirre Muños von Bangassou im Südosten der Zentralafrikanischen Republik, wo es weiterhin zu Ausschreitungen der Anti-Balaka-Milizen gegen muslimische Bevölkerungsteile kommt.
“Dieser Organismus besteht aus Vertretern der katholischen, protestantischen und muslimischen Gemeinden und greift dort ein, wo es zu Spannungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften kommt“, so Bischof Aguirre, der darauf hinweist, dass “im Unterschied zu anderen Teilen des Landes hier in Bangassou die meisten Muslime geblieben sind. Nur wenige haben die Region verlassen und auf unseren Märkten gibt es muslimische und christliche Händler”. “Gewiss”, so der Bischof weiter, “erinnert sich die nichtmuslimische Bevölkerung an die Gewalt der Seleka-Rebellen, doch der Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität ist stärker”.
“Das Modell, dass wir hier im Osten des Landes eingeführt haben, wo die Situation im Allgemeinen ruhig geblieben ist, könnt als Vorbild für den Westen und die Hauptstadt Bangui dienen”, so Bischof Aguirre. “In der Tat interessiert sich Erzbischof Dieudonné Nzapalainga von Bangui für unsere Erfahrung und möchte diese auch in der Hauptstadt anwenden, wo die Situation leider weiterhin besorgniserregend ist. Dort gibt es tatsächlich einige Stadtteile, wo Muslime von Anti-Balaka-Milizen belagert werden”. Nach Ansicht des Bischofs von Bangassou will man mit dieser Gewalt dafür sorgen “dass die muslimische Bevölkerung das Land verlässt und nicht an den kommenden Wahlen teilnimmt”.
“Parallel dazu leben im Norden des Landes vor allem Muslime und ehemalige Seleka-Rebellen. Dort wird die Versuchung immer größer, die Nichtmuslime zu vertreiben. Manche wünschen sich eine Spaltung des Landes in einen muslimischen Norden und einen nichtmuslimischen Süden”, so der Bischof abschließend. (L.M.) (Fides 4/4/2014)

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