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2014-02-18

AFRIKA/ÄGYPTEN - Bischof Kyrillos zieht positive Bilanz zum ersten Gründungsjubiläum des Rates der Kirchen

Kairo (Fides) – Am Nachmittag des heutigen 18. Februar kommen hochrangige Vertreter der wichtigsten christlichen Konfessionen in Ägypten, darunter auch der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak, im Beisein des koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. in der koptisch-orthodoxen Markuskathedrale zusammen. Anlass ist das erste Gründungsjubiläum des Rates der christlichen Kirchen in Ägypten. Vor einem Jahr, am 18. Februar 2013, unterzeichneten die höchsten Vertreter der fünf christlichen Kirchen (koptisch-orthodoxe, koptisch-katholische, griechisch-orthodoxe, protestantische und anglikanische) in derselben Kathedrale das ökumenische Gründungsdokument. Nach Ansicht des koptisch-katholischen Bischofs von Assiut, Kyrillos William, “war die Gründung eines Nationalen Kirchenrates für alle ein wichtiges Ereignis und auf lokaler Ebene sind bereits die Auswirkungen sichtbar: während der Gebetswoche für die Einheit der Christen freuten sich die gläubigen über das gemeinsame Gebet der Vertreter der christlichen Kirchen. Dieses Jahr predigte erstmals ein koptisch-katholischer Bischof, der Patriarchalvikar Hanna Golta, in einer koptisch-orthodoxen Kirche. Dies hatte es nie zuvor gegeben”. Das neue Klima in den Beziehungen zwischen den Mitgliedern der verschiedenen christlichen Konfessionen ist nach Ansicht des koptisch-katholischen Bischofs von Assiut, größtenteils auch dem guten Willen und der ökumenischen Öffnung des neuen Papstes Tawadros geschuldet.
Der Rat der Kirchen in Ägypten setzt sich zusammen aus einem Vorstand (dem die fünf Oberhäupter der Mitgliedskirchen angehören), einem Generalsekretariat (das sich aus 5 Vertretern der verschiedenen Kirchen zusammensetzt und derzeit von dem koptisch-orthodoxen Priester Bishoy Helmy geleitet wird) und einem Leitungsausschuss, der sich aus 15 Mitgliedern zusammensetzt. Der Ausschuss ist zuständig für 15 Kommissionen die sich mit spezifischen Bereichen befassen, darunter eine Kommission für theologische Fragen, die auf lokaler Ebene strittige Fragen, wie zum Beispiel die Neutaufe der koptisch-orthodoxen Gemeinden bei einem Übertritt aus einer anderen christlichen Konfession. Wie Pfarrer Bishoy Elmy vor kurzem mitteilte, gibt es zwischen der koptisch-orthodoxen und der koptisch-katholischen Kirche 15 lehramtliche und theologische Fragen, hinsichtlich derer eine gemeinsame Betrachtung möglich wäre.
Was politische Fragen anbelangt, so Bischof Kyrillos, “legen die Statuten klar fest, dass der Rat sich damit nicht direkt befasst und dieser auch Christen in ihrer freien Meinungsbildung nicht beeinträchtigen will. Alle sollten sich jedoch als Bürger äußern, wenn das Wohl des Landes auf dem Spiel steht”. (GV) (Fides 18/2/214).

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