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2014-02-14

AFRIKA/ZENTRALFRIKANISCHE REPUBLIK - Premierminister Nzapayeke und Erzbischof Nzapalainga: “Gott existiert” und “Gott weiß”

Bangui (Fides) - “Der Konflikt zwischen Seleka und Anti-balaka hat das Land vergiftet und fordert viele unschuldige Opfer”, so der in der Zentralafrikanischen Republik lebende Missionar P. Federico Trinchero, der dort als Superior und Novizenmeister im Kloster “Notre Dame du Mont Carmel” in Bangui, der Hauptstadt des Landes tätig ist.
“Der Wahnsinn des Krieges hat auch die Familien meiner Mitbrüder nicht verschont: ein Angehöriger wurde ermordet und Häuser von Verwandten wurden geplündert oder in Brand gesteckt. Wenn auch die Seleka und deren Anhänger zweifelsohne für die derzeitige Situation verantwortlich sind, so haben doch die Anti-balaka eine Gewaltbereitschaft bewiesen, die den Rebellen in nichts nach steht oder vielleicht sogar schlimmer ist”, so P. Trinchero.
“Die Anti-Balaka sind zwar keine Muslime, aber sie dürfen sich auch nicht als Christen bezeichnen. Sollten sie es einmal gewesen sein, dann beweist ihr Handeln das Gegenteil”, so der Missionar weiter, “immer wieder haben die Bischöfe diese Gewalt des Volksaufstandes angeprangert, die in den Medien oft vorschnell als christlich bezeichnet wird. Doch da es sich bei ihnen nicht um Muslime handelt, war die Verwirrung vorhersehbar. Was uns tröstet ist, dass obschon dies eine Schande ist, viele hunderte vielleicht sogar tausende Muslime in christlichen Pfarreien und Klöstern im ganzen Land Schutz fanden. Doch die Auswanderung dieser Minderheit hat bereits begonnen. Viele Muslime – und darunter auch viele liebe Freunde – mussten das Land verlassen, obschon sie hier geboren wurden”.
“Hinzu kommen die Auswirkungen auf die bereits schwache Wirtschaft des Landes. Die wenigen Geschäfte – insbesondere der Groß- und Einzelhandel mit Lebensmitteln – waren im Besitz von Muslimen”, so der Missionar, “Weshalb die Zukunft der Zentralafrikanischen Republik, auch die wirtschaftliche Zukunft, sehr fraglich ist”.
“In diesem verzweifelten Kontext wurde am vergangenen 20. Januar eine neue Präsidentin, Frau Cathérine Samba Panza, ehemalige Bürgermeisterin von Bangui, gewählt, die sich von ihren Vorgängern dadurch unterscheidet, dass sie die Zustimmung der Bevölkerung genießt. Diese ernannte einen Premierminister mit dem Nachnamen Nzapayeke, was soviel bedeutet wie ‘Gott existiert”. Dies passt gut zu unserem Erzbischof, dessen Namen Nzapalainga, bedeutet ‘Gott weiß”. Diese Gewissheiten scheinen aus den Herzen der Zentralafrikaner nie verschwunden zu sein, egal ob es sich um Christen oder Muslime handelt, und dies reicht aus, dass wir den Mut nicht verlieren und sicher voranschreiten”. (L.M.) (Agenzia Fides 14/2/2014)

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