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2014-01-08

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischof von Bossangoa: “Wir müssen die Logik des religiösen Konflikts überwinden: es geht hier um kriminelle Handlungen“

Bangui (Agenzia Fides)- Christen und Muslime sind “Opfer einer Logik des Verbrechens” von der Gruppen, die sich in der Zentralafrikanischen Republik bekämpfen, so Bischof Nestor Désiré Nongo Aziagbia von Bossangoa in seiner Weihnachtsbotschaft.
“Anstelle des versprochenen Wandels …hat es Leid für die Bevölkerung gegeben”, so Bischof Nongo Aziagbia zur Machtübernahme der Rebellen. “Vergewaltigungen, Morde, Entführungen, Diebstähle, Brandstiftung, Vandalismus Vernichtung des historischen Gedenkens durch die Zerstörung der Archive der Gemeinden, Plünderungen kirchlicher Einrichtungen, Schändung von Kirchen. Ein finsteres Bild der Zerstörung und der Verzweiflung bietet sich überall”. In den Reihen der Seleka haben sich Banditen aufgestellt “die sich selbst mit militärischen Graden versehen haben und diese stolz vorführen“, so der Bischof.
Als Reaktion auf die Gewalt kam es zur Entstehung von Selbstschutzmilizen unter der Bevölkerung den so genannten “Anti balaka, Erben der Gruppen, die bereits in den 90er Jahren zur Bekämpfung des Banditentums entstanden.
Bei Kämpfen zwischen Seleka und “Anti balaka” herrsche jedoch inzwischen die Logik des Verbrechens, worunter wiederum die Bevölkerung leide. “Wir müssen die unglückselige Logik überwinden, die besagt, dass es sich bei den Anti-Balaka-Milizen um christliche Bewegungen handelt und bei den Seleka-Rebellen um Muslime“, so Bischof Nongo Aziagbia. “Denn nicht alle Mitglieder der “Anti balaka”-Milizen sind Christen und nicht alle Seleka-Rebellen sind Muslime”.
Unterdessen verließen bereits Hunderttausende infolge der Kämpfe ihrer Heimat. Bossangoa, so der Bischof “besteht inzwischen nur noch aus der bischöfliche Residenz, wo inzwischen 50.000 Menschen auf engstem Raum zusammenleben und der Liberté-Schule, wo über 8.000 Muslime Zuflucht suchten. In Bouca wurden rund 3.500 Menschen von der katholischen Mission aufgenommen”. (L.M.) (Fides 8/1/2014)

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