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2013-12-06

AFRIKA/ZENTRAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischof Aguirre zu den Gefechten in Bangui: ”Es war ein apokalyptischer Tag“

Bangui (Fidesdienst)- “Es war ein apokalyptischer Tag”, so Bischof Juan José Aguirre Muños von Bangassou zu den Ausschreitungen, zu denen es am gestrigen 5. Dezember in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik gekommen war, wo “Anti Balaka”-Milizen die Stellungen der Seleka-Rebellen attackierten (vgl. Fidesdienst vom 5/12/2013). “Am frühen Morgen sollte ich am Flughafen in Bangui ein Flugzeug besteigen, dass mich nach Bangassou zurückbringen sollte, als dort die Hölle ausbrach: es waren viele Schüsse, auch von schweren Geschützen zu hören“, so Bischof Aguirre. “Eine Familie aus dem Stadtviertel hat mich mit zu sich nach Hause genommen. Ich blieb dort acht Stunden lang, während draußen gekämpft wurde. Um vier Uhr nachmittags kam der Erzbischof von Bangui Dieudonné Nzapalainga und holte mich in Begleitung von Soldaten der französischen Mission in Zentralafrika (MISCA) ab, um mich in die Erzbistümliche Residenz zu bringen“
“Verschiedene muslimische Geschäfte wurden geplündert. In einer Moschee 5 wurden rund 80 Menschen getötet, während die Seleka in allen Stadtvierteln unterschiedslos junge Christen töten. Wir haben mindestens hundert Leichen gezählt, die oft mit einem Schlag mit der Machete auf den Kopf getötet werden. In den einzelnen Pfarreien der Stadt sind oft bis zu 2000-3000 Personen untergebracht, die dort Zuflucht suchen. Wir versuchen Lebensmittel für dies Menschen zu sammeln, doch dies ist angesichts der unsichern Lage nicht einfach”, erklärt der Bischof.
„Die Soldaten der Seleka haben Angst vor der Ankunft der Franzosen und versuchen nun Chaos zu verursachen”. Französische Soldaten sind bereis in der Hauptstadt stationiert, wo sie mit den Soldaten der MISCA zusammenarbeiten.
Erzbischof Dieudonné Nzapalainga von Bangui erklärte unterdessen gegenüber Caritas Internationalis: “Ich bin zutiefst besorgt über die Krise in der Zentralafrikanischen Republik. Die Lage in Bangui ist chaotisch. Viele Menschen mussten bereits sterben”. Deshalb fordert Erzbischof Nzapalainga: “Die Gefechte müssen umgehend beendet werden. In unseren Kirchen suchen Frauen und Kinder Zuflucht und sie haben nicht zu Essen und zu Trinken”. (L.M.) (Fidesdienst 6/12/2013)

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