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2013-12-03

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - “Die Stationierung französischer und afrikanischer Soldaten hat bereits positive Auswirkungen”

Bangui (Fidesdienst)-“Die Situation in der Hauptstadt hat sich beruhigt und dies gilt auch für Bangassou. Die Anwesenheit von 200 französischen und rund 500 kongolesischen Soldaten, die gestern ins Land kamen, ist spürbar”, so Bischof Juan José Aguirre Muños von Bangassou, der sich derzeit in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik aufhält, zum Fidesdienst.
“Die Seleka-Rebellen scheinen zumindest aus Bangui und aus anderen abgelegenen Ortschaften zu fliehen”, so der Bischof. “Außerhalb von Bangui”, so Bischof Aguirre “kam es unterdessen zu Auseinandersetzungen zwischen den Rebellen, vor allem den ausländischen Kämpfern, die auf der Flucht ihre Beute mitnehmen, und der Bevölkerung, die nun keine Angst mehr hat und Straßensperren aufstellt, und versucht, sich das Diebesgut wieder zurückzuholen. Es soll dabei in Damara und Bouali, rund 40-50 km von Bangui entfernt, auch Opfer gegeben haben”.
“Im Norden, der Heimat des gestürzten Präsidenten Bozizé, ist die Lage anders”, so der Bischof weiter. “In Bouca und Bossangoa halten sich noch Tausende Vertriebene, mehrheitlich Christen, in den katholischen Missionen auf. In Bouca suchten zum Beispiel 30.000 Personen in der katholischen Mission zuflucht, während die Muslime ihre Stadtviertel nicht verlassen. Die Vertriebenen haben Angst und brauchen Lebensmittel und Medikamente.
“In meiner Diözese Bangassou arbeiten die Seleka-Rebellen hingegen mit den Soldaten der FOMAC zusammen und beschlagnahmen die Waffen von illegalen Banden”, so Bischof Aguirre weiter. “In Bangassou haben wir seit einem Monat eine Mediations-Gruppe gegründet, in der Muslime, Katholiken und Protestanten vertreten sind, die sich um Frieden und Aussöhnung durch Vergebung bemüht. Diese Arbeit trägt bereits erste Früchte: Am Sonntag, den 24. November, nahmen auch viele Muslime und Protestanten an unserem Gottesdienst teil. Nach meiner Rückkehr nach Bangassou werden wir ein interkonfessionelles Gebet für Frieden und Aussöhnung veranstalten”.
“Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik ist je nach Region sehr unterschiedlich. Interkonfessionelle Spannungen gibt es vor allem im Norden, doch ich glaube, dass nach der Stationierung der französischen und afrikanischen Soldaten solche Konflikte verhindert werden können, die niemand so geplant hat. Wir werden uns jedoch auch in Zukunft für die Aussöhnung einsetzen müssen”, so der Bischof abschließend. (L.M.) (Fidesdienst 3/12/2013)

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