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2013-11-26

ASIEN/INDIEN - Erzbischof Menamparampil: “Verfolgung? Oft entsteht der Eindruck der Abwerbung von Gläubigen!”

Guwahati (Fidesdienst) – “Wenn wir wegen mangelnder Vorsicht, institutionalisierter Arroganz oder mangelnder Rücksicht auf die einheimische Kultur verfolgt werden, dürfen wir uns nicht als Mätyrer bezeichnen”, so Erzbischof Thomas Menamparampil von Guwahati, der das Büro für Evangelisierung der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) leitet. In einem Schreiben an den Fidesdienst schildert der Erzbischof insbesondere den indischen Kontext und andere die Situation in anderen Regionen Asiens, in denen Christen verfolgt werden.
“Es kann zweifelsohne zu Widerstand kommen, aber nicht gegen Jesus und seine Botschaft sondern gegen einen negativen Eindruck, der von den Christen entstanden ist, also von denen, die mit dieser Botschaft in Verbindung gebracht werden”, so Erzbischof Menamparampil weiter. Der Erzbischof, dessen Arbeit vor kurzem von der Universität Urbaniana in Rom mit einem Doktortitel ´”honoris causa” der Fakultät für Missionswissenschaft gewürdigt wurde hinterfragt die Tätigkeit christlicher Gemeinden, oft pfingstkirchliche Gemeinschaften, aber auch der Bewegungen der katholischen Kirche, die mit ihrem „Missionsstil“ oft den Eindruck der „Abwerbung von Gläubigen entstehen lassen. Die Evangelisierung sei jedoch etwas ganz anderes als Abwerbung von Gläubigen, die auch Papst Franziskus als „feierliche Dummheit“ bezeichne. Dies bedeute jedoch nicht, dass es keinen „missionarischen Eifer“ mehr geben solle. Vielmehr fordert der Erzbischof die “Wiedergeburt einer missionarischen Begeisterung” und betont dabei die “Notwendigkeit der Weitergabe der Frohbotschaft mit großem Selbstvertrauen”. Doch dies sei nur möglich „wenn gute Beziehungen aufgebaut und Vorurteile beseitigt werden”. “Die christliche Botschaft”, so der Erzbischof weiter, “kann nur mit ihrer eigentlichen Bedeutung verkündet werden und nur dort wo das ‘menschliche Antlitz’ Christi sichtbar wird und es um die Botschaft der Barmherzigkeit und des Mitgefühls geht”.
Der heilige Paulus, so der Erzbischof, habe die Frohbotschaft unter den neuen Gemeinden verkündet, in dem er ihnen “mit großem Respekt entgegentrat”: “Er war empfänglich für das kulturelle und ethnische Erbe jedes Volkes. Der Apostel fragte immer zu erst nach den Sorgen und Ängsten der Menschen und machte seine Predigten verständlich, indem er in der Sprache der jeweiligen Völker sprach und ihre Vision und Mentalität teilte”. Denn „es bedarf einer Pädagogik der Glaubensverkündigung, die über die eigene Kultur hinausgeht ”, so Erzbischof Menamparampil.
Während seiner langjährigen pastoralen Arbeit im Nordosten Indiens, wo der Erzbischof oft auch bei Friedensverhandlungen als Mittler tätig war, “war vor allem die Beruhigung der Gemüter auf beiden Seiten und die Überwindung von Konflikten zwischen Klassen, Kasten, Ethnien, Religionen, von zentraler Bedeutung bei unserer Missionstätigkeit, damit Frieden und Aussöhnung und damit ein fruchtbarer Boden für die Verkündigung der Liebe Gottes entstehen konnte”. (PA) (Fidesdienst 26/11/2013)

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