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2013-09-07

ASIEN/SYRIEN - Großmufti: „Wir werden in der Omayyadi-Moschee gemeinsam mit dem Papst für den Frieden beten und fasten“

Damaskus (Fidesdienst) – Heute um 13 Uhr findet in der Omayyadi-Moschee in Damaskus eine Feier des Gebets und des Fastens für den Frieden statt. Dieser Feier wird der Großmufti in Syrien, Ahmad Adreddin Hassou vorstehen, der die sunnitische Glaubensgemeinschaft in Syrien leitet. Es werden auch schiitische und alawitische Religionsvertreter, sowie Vertreter der isamaelitischen und drusischen Glaubensgemeinschaften und anderer Religionen, darunter jüdische und christliche Gläubige erwartet.
In einem Interview mit dem Fidesdienst erklärt der Großmufti, der in den vergangenen Tagen auch einen Brief an den Papst geschrieben hatte (vgl. Fidesdienst vom 04/09/2013): „Wir werden für die Anliegen von Papst Franziskus beten und Gott darum bitten, dass er uns hilft, den Weg des Friedens zu finden. Der Frieden führt über Aussöhnung und gegenseitige Vergebung zwischen den Syrern“. Im Rahmen der Feier wird man in der Moschee auch „Solidarität nach den tragischen Ereignissen in Maaloula zum Ausdruck bringen: niemand hätte gedacht, dass es in Syrien so weit kommen würde und dass Kirchen und Symbole des Christentums geschändet werden“. „Es stimmt uns sehr traurig“, so der Mufti weiter, „wen der Islam es extremistische Ideologie dargestellt wird, die auf die Ausrottung des anderen abzielt. Die meisten syrischen Muslime haben ihre christlichen Mitbürger stets als Brüdern und Schwestern betrachtet.“
Der Mufti betont, dass Syrien, wie auch das Heiligen Land sich als „Wiege des Christentums versteht“ und in diesem Zusammenhang erinnert er an eine seiner Pilgerreisen nach Bethlehem, „was mir eine Ehre war. In der Geburtsgrotte fragte mich eine alte Frau: Was tun Sie hier? Ich antwortete: ich bete, denn ich befinden mich an einem heiligen Ort. Da stellte sie sich neben mich und betete mit mir“. „Damaskus ist nicht weit von diesen heiligen Orten entfernt“, so der Mufti weiter, „denn der Allmächtige hat diesen Ort ausgewählt, um dem heiligen Paulus die Augen zu öffnen. Auch unsere gemeinsamer Vater Abraham kam bis in die Provinz Damaskus“.
„Wir syrischen Muslime“, so Ahmad Badreddin Hassou weiter, „sind stolz darauf, dass wir Christen nicht nur schützen sondern auch den Rahmen für ein Christum bilden, dass in der Welt die Botschaft des Friedens verbreitet hat, da Jesus Christus der Friedensfürst ist. Aus diesem Grund feiern wir heute in der Omayyadi-Moschee, wo sich die Reliquien des heiligen Johannes des Täufers befinden und die von Christen und Muslimen besucht wird, unser Gebet für den Frieden mit dem Papst in Rom, in Gemeinschaft mit allen Gläubigen anderer Religionen und allen Menschen guten Willens.“
„Wir möchten einen regionalen Krieg verhindern“, so der Großmufti abschließend, denn dies würde die finsteren Kräfte des Extremismus, des Radikalismus und der Diskriminierung unter der Fahne des Islam nach Syrien bringen, was völlig falsch ist und die Schönheit eines jahrhundertelangen Zusammenlebens entstellen würde.“ (PA) (Fidesdienst, 07/09/2013)

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