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2013-09-04

AFRIKA/SOMALIA - Bischof Bertin: “Ich wünsche mir einen umfassenden Dialog, der die Anforderungen aller für einen Ausweg aus der somalischen Krise berücksichtigt“

Mogadischu (Fidesdienst) – „Die Opponenten, Shabaab und andere, haben es auf Vertreter der Regierenden und die Mitarbeiter internationaler Organisationen abgesehen. Damit wollen sie den Wiederaufbau der somalischen Institutionen untergraben. Die Stabilität der neuen Regierung leidet bereits unter interner Uneinigkeit im Hinblick auf Fragen des Föderalismus und anderen Angelegenheiten“, so der Apostolische Administrator von Mogadischu und Bischof von Dschibuti, Giorgio Bertin zum Fidesdienst nach dem versuchten Attentat auf den somalischen Präsidenten Hassan Scheich Mohamud. Am gestrigen 3. September wurde das Staatsoberhaupt auf dem Weg in das rund 100 km südwestlich von Mogadischu gelegene Merka, aus dem Hinterhalt von Mitgliedern der Shabaab-Milizen angegriffen.
„Dies alles ist Teil einer somalischen Geisteshaltung, die eine konstitutionelle Ordnung ablehnt und in der die Interessen der Einzelnen oder des Clans Vorrang haben“, so Bischof Bertin. „Eine solche Situation ist für jeden schwierig, auch für die Somalier selbst, denn es gibt Nachbarländer, die persönliche Bestrebungen und die der Clans sowie regionale Interessen ausnutzen um die Eigeninteressen dieser Länder durchzusetzen.“
Der Bischof betont jedoch auch, dass „die Situation nicht verzweifelt ist und dass man Somalia nicht alleine lassen darf. Doch die internationale Staatengemeinschaft sollte kompakter handeln. Insbesondere Staaten in der Region, dabei denke ich insbesondere an Kenia und Äthiopien, sollten sich davon überzeugen, dass ein starkes Somalia für alle besser wäre, als die aktuelle chaotische Situation, die niemandem nützt, weder Somalia noch den Nachbarländern“.
„Es sollte deshalb ein authentischer Dialog stattfinden, bei dem mit offenen Karten gespielt wird und alle Interessen berücksichtigt werden, damit eine umfassende Lösung gefunden und die Anforderungen aller berücksichtigt werden können“, so Bischof Bertin. (LM) (Fidesdienst, 04/09/2013)

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