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2013-08-23

ASIEN/INDIEN - Erzbischof Barwa zum Gedenken an die Verfolgung: „Unter den verfolgten Christen in Orissa wächst der Glaube“

Bhubaneswar (Fidesdienst) – „Die bekannte Bemerkung von Tertullian: ‚Das Blut der Christen ist ein Samenkorn’ hat sich in der Kirche in Orissa bewahrheitet“, so Erzbischof John Barwa SVD von Cuttack-Bhubaneswar (im ostinidschen Unionsstaat Orissa) in einer Botschaft anlässlich des fünften Gedenktags zum Beginn der antichristlichen Gewalt im Distrikt Kandhamal (2008), der sich in seiner Diözese befindet. „Im Gedenken an diese schmerzlichen Ereignisse beten wir für diese mutigen Seelen und bekräftigen unseren Einsatz für die Förderung des Friedens, der Gerechtigkeit und der Hoffnung“, heißt es in der Botschaft, die dem Fidesdienst vorliegt. „Diese Sendung steht angesichts gewaltsamer Verfolgung im Mittelpunkt der Berufung von Priestern und Ordensleuten“.
Der Erzbischof erinnert an die Geschichte der Mission im Distrikt Kandhamal, die von den Missionaren des heiligen Franz von Sales von Annecy (MSFS) auf den Weg gebracht und von den Priestern der Kongregation der Missionen (CM) fortgesetzt wurde. Am 1. Juni 1947 errichtete Papst Pius XVI. die „Missio sui iuris" in Cuttack in einer Region, in der heute rund 11,5 Millionen Einwohner leben, darunter 160.000 Christen (davon 64.000 Katholiken).
„Jedes Wachstum ist ein Prozess, der auch das Beschneiden erfordert, Prüfungen und Leid“, so Erzbischof Barwa, der darauf hinweist, dass „in den vergangenen 70 Jahren die Einwohner des Distrikts Kandhamal, wo die meisten Katholiken der Erzdiözese Leben, unsägliche Verfolgung erleiden mussten“. Höhepunkt sei jedoch das Progrom des Jahres 2008 gewesen: „Bei der Verfolgung wurden Christen aus 400 Dörfern vertrieben, über 6.000 Wohnungen, 340 Kirchen und Kapellen, Krankenstationen und Schulen wurden verwüstet und in Brand gesteckt. Tausende Gläubige wurden verletzt, viele Frauen und Mädlchen, darunter auch eine Schwester wurden vergewaltigt und rund 60.000 Männer, Frauen und Kinder wurden obdachlos.“ Der Erzbischof erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass insgesamt 75 Christen (22 Katholiken, 28 Baptisten, 12 Pfingstkirchler und fünf Mitglieder unabhängiger Kirchen) und 8 nichtchristliche Mitglieder tribaler Völker brutal ermordet wurden.
„Fünf Jahre nach der Verfolgung sagen die Betroffenen Gläubigen zu ihrem Bischof, wenn er sie besucht: die Verfolger haben unsere Häuser und unsere Eigentum verbrannt und unsere Liebsten getötet, doch sie konnten unseren Glauben nicht zerstören und sie können uns nicht von der Liebe Christi trennen. Wir sind stolz darauf, Christen zu sein, stolz auf unseren Glauben“, so der Erzbischof. „Dies sind klare Signale für ein Wachstum für ein Wachstum im Glauben. Diese Menschen sind arm und oft Analphabeten, doch sie sind reich im Glauben“.
Auch heute könne man nicht sicher sein, dass es nicht erneut zu Verfolgungen kommt: „Wir leben im Vertrauen auf Gott und bemühen uns als Einzelmenschen und Gemeinschaft um den Aufbau des Friedens in Kandhamal. Doch wir begeben uns in die Hände Gottes und sagen: Dein Wille geschehe!“.
Seit der Verfolgung, so der Erzbischof weiter, seien sich „junge und weniger junge Menschen des Wertes des Glaubens zunehmend bewusst geworden“. Zudem sei auch die Einheit unter christlichen Gemeinschaften verschiedener Konfessionen in Kandhamal gewachsen, „wo Bande der Einheit, der Gemeinschaft, der Sympathie und der Harmonie entstanden sind“.
Der Erzbischof dankt abschließend allen Wohltätern für „die materielle und spirituelle Unterstützung aus aller Welt für den Weideraufbau in Kandhamal“ und betont, dass die Ortskirche sich weiterhin „auf der Seite der Armen, Ausgegrenzten und Benachteiligten im Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden stellt“. (PA) (Fidesdienst, 23/08/2013)

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