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2013-07-30

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Religionsvertreter: „Wenn alle Gläubigen sich an die Gebote Gottes halten würden, gäbe es keine Kriege!“

Bangui (Fidesdienst) – Am 12. August (dem Vorabend der Unabhängigkeitsfeiern) laden Religionsvertreter in Bouar in der Zentralafrikanischen Republik zu einem Friedensgebet ein. Das Land lebt in einer schwierigen Situation, seit dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Francois Bozize durch die Rebellen des Seleka-Bündnisses und der Amtsübernahme durch den Rebellenführer Michel Djotodia.
Wie P. Aurelio Gazzera in einer Verlautbarung mitteilt, die dem Fidesdienst vorliegt, wurde die Initiative bei einem Treffen der Religionsvertreter in Baouar am vergangenen 19. Juli auf den Weg gebracht. An dem Treffen nahmen 31 Delegierte der katholischen, protestantischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften teil. Die gemeinsame Schlussbotschaft der Religionsvertreter wurde in katholischen und protestantischen Kirchen und in Moscheen verlesen.
„Unser Glaube an Gott, egal ob wir Christen oder Muslime sind, fordert von uns, dass wir den schmerzerfüllten Schrei unserer Brüder und Schwestern hören, die seit mehreren Monaten unter den Konflikten leiden“, heißt es in der Botschaft. „Kein Glaube, egal ob er christlich oder muslimisch ist, erlaubt Gewalt, Morde, Diebstahl, Plünderungen und Vergewaltigungen. Diese verurteilen wir mit Nachdruck. Wir fordern alle zur treuen Befolgung der Gebote Gottes und zu konsequentem Handeln auf. Wenn alle Gläubigen sich an die Gebote Gottes halten würden, gäbe es keine Kriege!“
Die Behörden des Landes fordern die Religionsführer zum „Respekt für den gegenüber dem Land geleisteten Eid auf“ und zu einer „Haltung des Dienstes und des Respekts gegenüber allen, unabhängig von Ethnie, Religion, Geschlecht oder politischer Partei“. „Einige Sektoren des Staates sind wichtiger als andere, zum Beispiel Gesundheit und Bildung. Der Staat hat dabei eine besondere Pflicht: er muss seine Beamten bezahlen. Doch auch die Beamten haben Pflichten! Wir fordern alle auf, in ihre Ämter zurückzukehren, damit wieder gegenseitiges Vertrauen und Respekt entsteht“, heißt es in der Botschaft.
Die Religionsvertreter appellieren an die Rebellen des Seleka-Bündnisses mit der Bitte „die lange Serie der Verbrechen, Morde, Vergewaltigungen und Plünderungen zu beenden“. „Wir Bitten bewaffnete Männer um die Achtung der Menschen und des Staates und dessen Beamten. Um Respekt für alle, insbesondere Frauen, Kranke und Kinder.“
Abschließend erinnert die Botschaft an das besondere Leid der Frauen („Wir wissen alle, dass Frauen oft diejenigen sind die unter der Bevölkerung am meisten leiden“) und appelliert an die Jugendlichen mit der Aufforderung, die Hoffnung nicht zu verlieren und nicht den Weg der Gewalt einzuschlagen. (LM) (Fidesdienst, 30/07/2013)

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