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2013-07-22

ASIEN/INDIEN - Dreijähriges Kind vergewaltigt und ermordet: Erzbischof von Kalkutta fordert öffentliche Debatte zur Beendigung menschenunwürdiger Gewalt

Kalkutta (Fidesdienst) – Ein dreijähriges Mädchen wurde in Hastings, einem Vorort von Kalkutta, vergewaltigt und ermordet. Wie Beobachter dem Fidesdienst mitteilen, wurde die Leiche des kleinen Mädchens, Tochter einer obdachlosen Familie, die auf den Straßen der Großstadt leben, am 21. Juli auf einer Müllhalde gefunden. Wie aus ersten Berichten hervorgeht, sollen die Großmutter und Angehörige des Mädchens am Samstag, den 20. Juli bei der Polizei eine Vermisstenanzeige erstattet haben. Gemeinsam mit freiwilligen Helfern startete die Polizei eine Suchaktion, was zum Auffinden der Leiche führte. Nach ersten Ermittlungen nahm die Polizei bereits mehrere Verdächtige fest.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst äußerte sich Erzbischof Thomas D’Souza von Kalkutta zu dem Vorfall, der in der Öffentlichkeit zu Entsetzen führte und betonte, er sei „traurig und erschüttert über eine derart schreckliche und unmenschliche Handlung“. Der Erzbischof versprach der Familie Unterstützung und erklärte: „Die Kirche wird alles dafür tun, damit in der Öffentlichkeit eine Debatte angeregt wird, die zur Beendigung solcher menschenunwürdigen Handlungen der Gewalt beiträgt“.
„Vergewaltigung und der Missbrauch von Minderjährigen“, so der Erzbischof, „sind etwas Schreckliches. Über Episoden dieser Art berichten die Medien in aller Welt, doch dieser Fall, der ein erst dreijähriges Mädchen betrifft, ist Zeichen einer Verrohung der Gesellschaft, die bekämpft werden muss“.
Aus diesem Grund fordert der Erzbischof von den Bürgern der Stadt „soziales, ziviles und religiöses Engagement. Wir werden uns an Institutionen, Regierung und Verwaltung wenden und mit Vertretern anderer Religionen sprechen, zu denen wir gute Beziehungen unterhalten. Dabei geht es nicht nur um Protest sondern um das Anregen einer öffentlichen Debatte und die Entwicklung von gemeinsamen Strategien“, so der Erzbischof. „Bereits im Laufe des vergangenen Jahres fanden auf Initiative der katholischen Kirche Treffen mit Vertretern anderer Religionen statt, bei denen wir die Gewissen aufrütteln wollen. Die Religionen können zur Gewissensbildung beitragen“.
Auch der emeritierte Erzbischof von Kalkutta, Erzbischof Lukas Sirkar, betonte gegenüber dem Fidesdienst, „die Verbundenheit der katholischen Glaubensgemeinschaft mit der Familie“ und versichert sie des Gebetes für das Kind. „Ob es sich um Christen unter Nichchristen handelt, ist dabei nicht wichtig“, so der emeritierte Erzbischof, „ als Christen setzen wir uns für den Schutz der Würde jedes Menschen ein, vor allem der Kleinsten und Schwächsten“. (PA) (Fidesdienst, 22/07/2013)

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