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2013-07-01

AFRIKA/NIGERIA - “Eine Rückehr in die Barbarei”: die Bischöfe verurteilen die neuerlichen Hinrichtungen

Abuja ( Fidesdienst)- “Als wir gerade anfingen zu glauben, dass Nigeria auf dem Weg sei sich der der zivilisierten Welt anzuschließen und die Todesstrafe abzuschaffen, mussten wir zu unserem großen Entsetzen von den abscheulichen Hinrichtungen von 4 Verurteilten in Benin City im Staat Edo erfahren“, heißt es in einer an den Fidesdienst gesandten Erklärung, die von S.E. Mons. Ignatous Ayu Kaigama, dem Präsidenten der nigerianischen Bischofskonferenz unterzeichnet war.
Die Bischöfe kritisieren darin den Bruch des seit 2006 bestehenden Moratoriums über die Todesurteile, nachdem am 24. Juni 4 Personen im Gefängnis von Benin City (im Süden Nigerias) durch den Strang hingerichtet worden waren. Eine fünfte Persone sollte erschossen werden, doch der Vollzug wurde verschoben, da das betreffende Gefängnis für derartige Hinrichtungen nicht ausgestattet sei. Die Durchführung der Todesstrafe hat in aller Welt lebhaften Protest bei den Menschenrechtsorganisationen ausgelöst. Die Behörden antworten auf die Kritiken, indem sie daran erinnern, dass die Todesstrafe in der nigerianischen Verfassung noch besteht. „Die Verfassung zur Rechtfertigung dieses Aktes zu benutzen ist ein offensichtlicher Rückfall von der Moderne in die Barbarei“, heißt es in der Erklärung der Bischöfe. „Wir appellieren erneut, dass die Verfassung geändert und damit jedes Gesetz verboten werde, das die Rechte der Person und insbesondere das Recht auf Leben verletzt.“
In dem Dokument wird auch erneut darauf verwiesen, dass die Todesstrafe weder dem Verurteilten hilft sich den Gesellschaftsnormen anzupassen noch als Abschreckung dient zur Verhinderung von Gewalttaten. „Wir glauben, dass Reformarbeit für die Kriminellen und für die Gesellschaft sehr viel nützlicher ist als die Todesstrafe“, schließt die Erklärung. (L.M.) ( Fidesdienst 1/7/2013)

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