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2013-06-25

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischöfe an den Übergangspräsidenten: „Das soziale Gewebe ist völlig zerschlissen“

Bangui (Fidesdienst) – „Die Rebellion des Seleka-Bündnisses hat den nationalen Zusammenhalt erschüttert. Die Bürger der Zentralafrikanischen Republik sind ängstlich und misstrauisch geworden“, so die Bischöfe der Zentralafrikanischen Republik in einer Botschaft an den Übergangspräsidenten Michel Djotodia.
„Getreu unserer Sendung, Christus zu verkünden und den Stimmlosen eine Stimme zu geben“, äußern sich die Bischöfe zur allarmierenden Lage des Landes. „Wir haben noch nicht alle Toten, Vergewaltigungen, Plünderungen, Brandanschläge, Verwüstungen und Vertreibungen der Menschen aus ihren Wohnungen durch einen starken Mann oder eine bewaffnete Wunde gezählt. Das soziale Gewebe ist heute völlig zerschlissen“, so die Bischöfe. Dies gelte auch für die Wirtschaft des Landes, deren wichtigste Ressourcen verwüstet oder geplündert wurden, darunter die Gold- und Diamantenminen aber auch die Fauna und Flora.
Die Bischöfe beklagen außerdem, dass die Seleka eine parallele Verwaltung geschaffen hat, die Steuern zum Vorteil derer eintreibt, die diese Verwaltung kontrollieren. Hinzu kommen die systematische Zerstörung der Archive und die Verfolgung von staatlichen Beamten. „Was verbirgt sich hinter dieser Zerstörungswut und der Auslöschung des Gedächtnisses unseres Landes“, fragen sich die Bischöfe in ihrer Botschaft. „Diese Handlungen bedrohen die Existenz unseres Landes“.
Im Zusammenhang mit der Sicherheitslage erinnern die Bischöfe an eine unkontrollierte Verbreitung von Waffen und die Präsenz zahlreicher ausländischer Söldner in den Reihen der Seleka, „die man bezahlen muss“, und die auf systematische Weise ihr Unwesen unter der Bevölkerung treiben.
Unter religiösen Gesichtspunkten prangern die Bischöfe „den Eifer und die Entschlossenheit“ an, mit der „die Mitglieder der Seleka christliche Kultstätten geschändet und Christen gezielt geplündert haben“. Auch dies habe „den sozialen Zusammenhalt zutiefst erschüttert“.
Die Bischöfe erklären sich abschließend ausdrücklich bereit auch künftig mit dem Staat zusammenzuarbeiten, wenn es um das Bildungs- und Gesundheitswesen und das Bemühen um Frieden und Aussöhnung geht, fordern aber gleichsam konkrete Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes (Entwaffnung, Rückführung der Söldner in die Herkunftsländer, Schadenersatzzahlungen für Opfer, usw…), damit die Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik neue Hoffnung schöpfen kann. (LM) (Fidesdienst, 25/06/2013)

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