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2013-05-07

ASIEN/INDIEN - Daten belegen: es gibt keine Gerechtigkeit für die Opfer der antichristlichen Massaker in Orissa

Bhubaneswar (Fidesdienst) – Fünf Jahre nach den antichristlichen Massakern im Distrikt Kandhamal im indischen Staat Orissa, gibt es für die Opfer keine Gerechtigkeit, denn die Täter bleiben straffrei. Bei dem Pogrom des Jahres 2008 wurden über 400 christliche Dörfer „gesäubert“; über 5.600 Wohnungen und 296 Kirchen wurden in Brand gesteckt, über 100 Menschen starben (von denen die Regierung nur 56 anerkennt), es gab Tausende Verletzte, viele Frauen (darunter auch eine Ordensschwester) wurden vergewaltigt, 56.000 Menschen wurde obdachlos.
Wie der katholische Menschenrechtsaktivist John Dayal gegenüber dem Fidesdienst betont, wurden Ermittlungen verzögert und nur oberflächlich durchgeführt: nur zwei Inspektoren und ein kleines Ermittlerteam befassten sich mit den unzähligen Fällen der Gewalt. Die Polizei berücksichtigt auch keine Fälle, in denen die Opfer später an den Folgen der Gewalt starben.
Bei den strafrechtlichen Ermittlungen in Fällen der Brandstiftung, des Mordes der Entführung und der Gewalt „herrscht tiefe Finsternis“. Und Dayal liefert Daten, die dies dokumentieren. 3.232 Strafanzeigen wurden von Christen eingereicht, die Polizei registrierte davon nur 1.541 und erstellte in vielen Fällen keinen „First Information Report“ (erste Informationen, mit denen eine strafrechtliche Verfolgung beginnt) wie dies vom indischen Strafrecht vorgesehen ist. Dies führte dazu, dass es nur in 828 Fällen ein strafrechtliches Verfahren vor Gericht geben wird.
In 327 wurde die Ermittlungsarbeit beendet und in 169 Fällen wurden alle Angeklagten freigesprochen: insgesamt wurden 1.597 Personen freigesprochen. Zu solchen Freisprüchen kam es oft, weil Hauptzeugen eingeschüchtert und bedroht wurden. Bei weiteren 86 Prozessen gab es für die Angeklagten nur leichte Strafen, die den verheerenden Verbrechen, die begangen wurden, nicht gerecht werden. In insgesamt 90 Fällen wird noch ermittelt und je mehr Zeit vergeht. Umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Beweise gesammelt werden können. (PA) (Fidesdienst, 07/05/2013)

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