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2013-04-08

AFRIKA/ÄGYPTEN - Anschlag auf die koptische Markus-Kathedrale: Patriarch Tawadros ruft zur Ruhe auf

Kairo (Fidesdienst) – Bei dem Anschlag auf die koptisch-orthodoxe Sankt-Markus-Kathedrale in Kairo am Sonntag, den 7. April, der verübt wurde, während dort die Beisetzungsfeier für vier Christen stattfand, die zwei Tage zuvor in al-Khosous ermordet worden waren, sei ein schwerwiegender Vorfall ohnegleichen, doch man müsse „Ruhe bewahren“ und sich um die Sicherheit des Landes und die Nationale Einheit bemühen. Dies betont der koptisch-orthodoxe Patriarch mit Blick auf die Unruhen, zu denen es am Sonntagnachmittag in der Umgebung der Kathedrale gekommen war. Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft, so der der Jugendbeauftragte und Bischof Moussa auf seiner Facebookseite, sei in ständigem Kontakt mit der Regierung und insbesondere den Vertretern des Innenministeriums, im Bestreben möglichst rasch einen Ausweg aus der kritischen Lage zu finden.
Bei der Begräbnisfeier für die vier ermordeten Christen in der Kathedrale von Kairo währ es während der liturgischen Feier zu Äußerungen gegen den Präsidenten Mursi und die von den Muslimbrüdern beherrschte Regierung des Landes gekommen. Nach Ende der Feier hatten Heckenschützen, von denen sich viele auf den Dächern der umliegenden Gebäude positioniert hatten, die Gläubigen vor der Kirche mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen. Dabei gab es einen Toten und 29 Verletzte. Die Unruhen hielten bis zum späten Abend an, wobei anfänglich keine Sicherheitskräfte zu sehen waren.
Wie ägyptische Quellen berichten soll Präsident Mursi in einem Telefongespräch mit Patriarch Tawadros diesem versprochen haben, eine Eskalation der interkonfessionellen Konflikte vorzubeugen. Dabei soll er betont haben, dass „jeden Angriff auf eine Kirche als einen persönlichen Angriff auf sich selbst“ empfinde. Der Sekretär der koptisch orthodoxen Synode, Bischof Raphael, teilte unterdessen heute mit, dass sich der Patriarch in Alexandrien aufhält und „seine persönliche Sicherheit sei nicht gefährdet ist“. Auch der Ägyptische Rat der Kirchen verurteilte den Überfall auf die Markus-Kathedrale und betonte, dass mit Angriffen auf Kultstätten eine unantastbare Schwell überschritten werde, weshalb ein „unverzügliches Eingreifen der zuständigen staatlichen Organismen“ gefordert wird. (GV) (Fidesdienst, 08/04/2013)

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